Spielerinterviews – Der Schauspieler (Ep. 20)

Shownotes

Was macht einen guten Spielleiter aus – aus Sicht der Spieler?

In dieser Episode wechseln Oliver und David bewusst die Perspektive und holen sich mit Cem einen langjährigen Mitspieler an den Tisch. Cem steht exemplarisch für den Spielertyp des Schauspielers und Storytellers: Für ihn steht das Verkörpern von Charakteren, das Eintauchen in die Welt und das gemeinsame Erzählen im Mittelpunkt.

Im Gespräch wird schnell klar, dass es nicht die eine Antwort gibt, sondern viele individuelle Bedürfnisse. Gleichzeitig kristallisieren sich zentrale Faktoren heraus, die gutes Spielleiten aus Spielersicht ausmachen: klare Erwartungen, Raum zur Entfaltung, starke Geschichten und echte Entscheidungsfreiheit.

Eine Folge, die dir als Spielleiter hilft zu verstehen, was am Tisch wirklich zählt – und warum Regeln oft nur Nebensache sind.

Highlights & Timestamps

00:01:59 Einführung des Gasts Cem 00:05:05 Warum Schauspiel und Charakterspiel der Einstieg waren 00:07:44 Bühne bekommen: Wie Spielleitung Raum schafft 00:10:42 Warm-up und Erwartungshaltung vor der Session 00:13:04 Spieler aktiv anspielen und ins Spotlight bringen 00:16:21 Verantwortung von Spielern und Spielleitung 00:20:13 Freiheit zur Mitgestaltung der Geschichte 00:23:01 Drei zentrale Learnings für Spielleiter 00:28:44 Rolle von Regeln und Würfeln im Spiel 00:30:35 Charakterentwicklung vs. Power Progression 00:31:51 Kampfsysteme: Bedeutung vs. Selbstzweck 00:36:13 Fazit: Der richtige Spielleiter für die richtige Gruppe

Wichtige Takeaways

  • Spieler sind unterschiedlich – und genau das muss Spielleitung berücksichtigen.
  • Ein starkes Warm-up oder eine Session Zero ist entscheidend für Immersion und Klarheit.
  • Spieler wollen ihren Charakter aktiv einbringen und entwickeln können.
  • „Time to shine“ ist essenziell: Jeder braucht Raum für seinen Moment.
  • Gute Spielleitung erkennt, wann sie sich zurücknehmen muss.
  • Entscheidungsfreiheit ist zentral für Spielspaß und emotionale Bindung.
  • Eine gut verstandene Welt ermöglicht sichere und starke Improvisation.
  • Für viele Spieler sind Regeln zweitrangig – Story und Charakter stehen im Vordergrund.
  • Kämpfe funktionieren dann am besten, wenn sie narrativ relevant sind.
  • Der Spielleiter muss nicht alle Regeln perfekt beherrschen, sondern fair damit umgehen.
  • Der wichtigste Maßstab: Der Spielleiter muss zur eigenen Gruppe passen.

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Transkript anzeigen

00:00:00: David: Herzlich willkommen zum 2W12 Podcast. Wir, das sind der David.

00:00:04: Oliver: Und der Oliver?

00:00:05: David: Wir sprechen übers Pen und Paper Rollenspiel, und zwar insbesondere aus der Perspektive der Spielleitung. Und in dem Podcast wollen wir reflektieren und voneinander lernen. Einfach, indem wir drüber sprechen und uns verschiedene Themen aussuchen. Und das große Ziel des Ganzen ist, dass die besten Spieler der Welt zu werden. Bevor wir zum Thema der heutigen Folge gehen, würde ich ganz gern zurückblicken. Olli auf das letzte Wochenende. Wir hatten in der letzten Folge darüber gesprochen eine, dass du eine neue Kampagne starten wirst, und zwar die Kampagne mit dem Arbeitstitel Winterwacht. Und wir haben jetzt mittlerweile einmal gespielt. Zurückblickend, wie ist es gelaufen?

00:00:44: Oliver: Super, würde ich sagen. Hat Spaß gemacht. War wieder ein schöner Doppelzock, ne? Freitag, Samstag. Insgesamt Nettospielzeit acht Stunden oder so, also wirklich gelungen.

00:00:56: David: Ja, fand ich auch. Es war ein toller Einstieg in eine neue Kampagne. Tolle neue Charaktere, auch ein neuer Spieler dabei, der Lucky ist. Hat auch schönen Beitrag geleistet, dass die Runde sehr rund und und lustig wurde. Und ich fand auch, dass man gemerkt hat, dass das, was du dir ausgedacht hast für die Kampagne, nämlich der Abenteuermotor, Bitte hört in die entsprechende Folge zur Kampagnenvorbereitung rein, wo wir das ausführlich diskutiert haben, dass das sehr gut funktioniert hat. Das Ganze wurde ein bisschen getrübt, allerdings für uns beide, glaube ich und für alle Teilnehmenden, dass einer unserer langjährigen und treuesten Spieler nicht dabei sein konnte. Aber ich habe eine kleine Überraschung Olli, der Cem, der nicht dabei sein konnte bei der letzten Session, der ist jetzt hier und ist dabei für diese Podcastfolge.

00:01:59: Oliver: Das freut mich sehr. Herzlich willkommen, lieber Cem, in dieser Podcastrunde.

00:02:05: Cem: Freut mich sehr dabei dabei zu sein und bin schon gespannt, was ich so Beitrag leisten kann.

00:02:13: Oliver: Natürlich ist es keine Überraschung für mich, dass du heute da bist, lieber Cem. Wir haben es ja vorher abgesprochen und wollen dich heute in unserer Reihe über Spielertypen befragen. Und ich würde sagen, jetzt aus der Perspektive als Spielleiter heraus, dass ich dich einordnen würde in die Kategorie des Schauspielers und des Storytellers, also Geschichtenerzählers. Dass dein Schwerpunkt auf jeden Fall sehr stark im Rollenspiel darin liegt, eine Rolle zu verkörpern und gleichzeitig du sehr viel Spaß hast an diesen Geschichten, die sich da entwickeln. Gemeinsam. Und ich freue mich sehr. Ich habe einige Fragen vorbereitet, aber bevor es losgeht, würde ich mich freuen, wenn du dich einmal kurz selber vorstellen würdest.

00:02:56: Cem: Ja, wie gesagt, ich bin Cem und ich spiele schon seit. Oh Gott, lass mich überlegen. Seit 2009 glaube ich mit euch zusammen. Kann auch schon länger sein. Ich werde nie vergessen, die erste Session im Im Keller von unserem guten Freund Reza am Kaminfeuer. Und als ich damals mein erstes. Ja, meine erste Rolle als halb elf. Entschuldigung, es war kein halb elf, das war ein Dunkelelf spielen durfte und bei dem ich mal so ein bisschen mein ich sage mal meine schauspielerische Ader ein wenig freien Lauf lassen konnte und durfte. Vor allen Dingen im Zusammenspiel mit David damals, der einen Elfen gespielt hat. Das war so das richtige Pendant dazu.

00:03:40: Oliver: Da erinnere ich mich tatsächlich sehr gerne daran. Weil man darf es hoffentlich verraten, der Cem tatsächlich auch in Rüstung aufgetaucht ist beim Spiel. Also full Immersion, volle Immersion am Tisch und ich glaube, das war dann dort sofort Klick gemacht und wir haben uns gesagt den brauchen wir in unseren Runden, oder David.

00:04:00: David: Absolut. Das war Liebe auf den ersten Blick und die Interaktion direkt. Dunkelelf und Hochelf, Das war gleich hervorragend und wir haben dann mithilfe von Alpay dem Spieler, der dich auch als Spieler schon kannte oder als Menschen schon kannte, Cem. Ich kannte dich ja noch gar nicht vorher, hatte nur vieles von dir gehört und der. Der Charakter von Alpay hat uns dann auch so ein bisschen so als Charaktere zusammengeführt. Das fand ich auch sehr, sehr schön. Und ja, ich bin sehr gespannt auf die heutige Folge, in der es ja darum geben soll. Olli, ich hoffe, ich nehme nicht zu viel vorweg von deiner Moderation. Es soll ja darum gehen, Was erwarten die Spieler eigentlich vom Spielleiter?

00:04:44: Oliver: Richtig. Genau. Also mich würde es einfach mal interessieren, weil wir haben jetzt schon einige Folgen hier voll gesabbelt, aber immer natürlich von Spielleiter zu Spielleiter. Unsere Gäste waren andere Spielleiter, aber wir haben eigentlich noch nie mal versucht herauszufinden, was Spieler eigentlich am Rollenspiel hält.

00:05:05: Cem: Ja, sehr gerne Olli. Ich bin schon sehr gespannt auf deine Fragen und ich habe auch genug Antworten, glaube ich für dich. Mal schauen, ob es dir gefällt.

00:05:11: Oliver: Ich bin gespannt. Ich ich sehe es sehr wissenschaftlich. Mir muss es gar nicht gefallen, sondern ich finde es einfach interessant, wenn es authentisch ist und man das einfach mal herausfindet. Klar, als Spielleiter hat man natürlich eine ganz andere Perspektive auf dieses ganze Spiel. Aber ich würde es vielleicht ganz chronologisch mal anfangen. Wenn du dich zurückversetzt in diesen Anfang und vielleicht der Alpay warst, dann glaube ich gesagt hat Hey, wir spielen das Rollenspiel, wäre das nicht was für dich? Hättest du da nicht Lust mitzukommen? Was? Was hat dich denn so damals dazu motiviert oder interessiert das überhaupt gesagt hast? Ja klar. Mit den Typen setze ich mich mal an den Tisch und probiere mal dieses Rollenspiel aus.

00:05:55: Cem: Ja. Es ist also tatsächlich meine Leidenschaft, die ich eigentlich schon von Kindheitstagen an hatte. Als Schauspieler habe ich immer davon geträumt, mal auftreten zu können, mal Stücke spielen zu können. Habe sogar in meiner Schulzeit gerne mal Theater gespielt, das eine oder andere Stück. Und ich habe mir gedacht Hey, das ist mal die Gelegenheit für mich, mal so ein bisschen diese diese künstlerische Ader des Schauspielers im Spiel freien Lauf lassen zu können und zu dürfen. Das ist das, was mich damals besonders begeistert hat und wo ich dann natürlich beim ersten Auftritt auch in den ganzen Kostümen usw angekommen bin. Das. Damit habe ich, so glaube ich, so ein bisschen die Krone auf. Ja, auf den Kopf gesetzt. Aber es war für mich einfach damals noch das. Ja, dass das das tatsächliche Ausleben eines nicht nur das Spielen, sondern das Ausleben eines gesamten Charakters und zwar einer Neuerschaffung eines komplett neuen Charakters. Und das war einfach für mich der Reiz, da mitmachen zu können und zu dürfen.

00:06:53: Oliver: Also das hat man auch direkt gemerkt. Ich meine, die Kostümierung war jetzt sozusagen so das Äußerliche, was man sehen konnte. Das ist jetzt immer noch so, ich erinnere mich an unsere Cthulhu-Runden oder ähnliches, wo du dann auch entsprechend im Anzug mal da warst Oder als Indiana Jones oder mit Pfeil und Bogen und was auch immer halt immer so ein bisschen dazu gepasst hat. Also das merkt man dir an, dass du da dieses ja gerne diese Bühne so einen Charakter auszuleben magst und das auch glaube ich mit großer Leidenschaft verfolgst. Da wäre es einfach direkt mal so die freche Frage Haben wir dir denn diese Bühne geben können mit unserem Spielleiterstil? Hast du das Gefühl, dass du diesen Wunsch, einen Charakter zu spielen und darzustellen, bei uns am Tisch auch erfüllen, erfüllt bekommen hast?

00:07:44: Cem: Also ohne jetzt hier irgendwie Honig um den Mund schmieren zu wollen oder zu müssen, weil wir sehr lange uns schon kennen und sehr gut befreundet sind, muss ich ganz ehrlich sagen Ich konnte meine Leidenschaft tatsächlich ausleben. Und dafür hast du Anlass genug gegeben und hast mir auch meinen ich sag mal meinen Freiraum tatsächlich auch geschaffen oder auch geben können schaffen können, um das richtig auszuleben. Wobei ich natürlich immer so ein bisschen darauf achten wollte, aber auch musste, dass ich nicht nur meinen Mein Charakter einfach nur darstelle, sondern auch du dein Spiel auch natürlich gestalten kannst mit deinen. Keine Ahnung. Mit deinen Planungen, die du da hattest, mit deinen. Die Session, die du vorbereitet hast, wollte ich natürlich nicht, wollte ich nicht und will ich auch nicht in die Quere kommen. Aber trotzdem hast du mir genug Freiheiten gegeben, um diese Charaktere, die ich gespielt habe, auch darstellen zu können und auch sprechen zu können.

00:08:41: Oliver: Da vielleicht gleich mal eingehakt, wenn du das mal so richtig analytisch sehen würdest. Was braucht es denn dafür, um diese oder dieses Gefühl zu haben, sich voll einbringen zu können und an so einem Narrativ teilnehmen zu können? Also wenn du es mal so wirklich auf die Faktoren reduzierst, hast du dir da mal Gedanken gemacht, was ich dir geben muss als Spielleiter, damit eben diese Situation überhaupt entsteht?

00:09:08: Cem: Also ohne jetzt natürlich für jeden Spieler sprechen zu wollen, Das möchte ich gar nicht machen. Aber für mich persönlich spielt es vor allen Dingen eine Rolle. Die Story, also die Story, macht immer das A und O, und da die Storys allein, die Anfangssequenzen, aber auch die ganzen Vorbereitungen. Ich meine, du schickst ja nicht nur also wir fangen ja nicht nur die Session direkt bei dir vor Ort an und spielen da einfach nur los, sondern es ist ja auch mit langer Vorbereitungszeit eine sogenanntes Warmup, so will ich es einfach mal nennen, mit einem Austausch der Szene. Und der Beginn einer Szene, die du auch literarisch schon in kurzen Nachrichten, wobei die Nachrichten nicht immer kurz sind, schon gestaltet und ich mir so richtig diese diese Story und auch die die Story, das Storytelling und auch der Aufbau der Geschichte schon vorher schon so ein bisschen ja einleben kann oder mich mich darauf vorbereiten kann. Das macht schon mal viel aus für mich persönlich.

00:10:09: David: Wenn ich da ganz kurz nachfragen darf, Cem. Also es sind ja zwei Punkte. Das eine ist das Charakterspiel und das andere ist so die Story. Und wenn ich es richtig verstanden habe, dann hilft dir sehr, klar zu sein, was die Erwartungen der Story ist, was die Spielwelt ist, in der wir spielen, was so ein bisschen vielleicht auch die Atmosphäre ist, was vielleicht so ein bisschen das Thema des Ganzen sein soll, dass diese Klarheit dir dann auch hilft, den Charakter entsprechend auszugestalten und den dann auch auszuspielen. Dann habe ich das so richtig zusammengefasst.

00:10:42: Cem: Ja, richtig, David. Es ist genau so, wie du es beschrieben hast. Also nur als Beispiel für die für die letzte Session. Auch wenn ich nicht dabei sein konnte, habe ich schon sehr viel investiert, viel Zeit investiert und habe mir einen, ja eine eigene Backgroundstory ausgedacht und habe daran viel gefeilt, habe auch recherchiert und habe da mal viel herumgefeilt, habe dann aber durch die, ja durch das Warmup, durch diese Vorgeschichte die die die ausgetauscht wurde und die Olli schon schon per WhatsApp auch schon geschickt hat, habe ich natürlich diesen Charakter noch ein bisschen umgestalten können. Ich habe die Gelegenheit gehabt, nicht nur meinen ausgebauten Charakter zu spielen, sondern ihn so umzubauen, dass er zu der gesamten Story so auch reinpasst.

00:11:27: Oliver: Also praktisch das, was wir David die Session Zero nennen, also dieses Vorher, bevor man überhaupt gemeinsam los spielt, so eine Art gemeinsame Basis zu schaffen, was denn überhaupt gespielt werden soll. Das ist etwas, was dir als Spieler also dann hilft, praktisch einen Charakter so abzurunden, dass du das Gefühl hast, mit dem am Tisch Spaß haben zu können.

00:11:52: Oliver: Wie ist es denn dann, wenn du sozusagen deinen Charakter vorbereitet hast und dann fängt tatsächlich die erste Session an, dauert es dann immer erstmal so eine Weile, bis du das Gefühl hast, jetzt bin ich im Spiel angekommen? Oder ist es dann auch so, dass du das Gefühl hast, ich kann sofort loslegen und alles passt so wie wir es uns in dieser Warmup Phase vorgestellt haben.

00:12:15: Cem: Also ich bin da ganz ehrlich, ich persönlich bin da etwas schmerzfrei. Also ich bin ab der ersten Sekunde, wo das im Prinzip beginnt und wo die ersten Klänge ertönen, die dann im Prinzip das Spiel, die Session einleiten, bin ich tatsächlich schon drin. Also ich bin da wirklich drin und ich höre mir natürlich auch an, was gerade auch die anderen Charaktere sind und bin da auch schon gespannt auf die anderen Charaktere, wie sie sie gestaltet haben, wie sie sich vorstellen und bin im Prinzip auch schon ab dem ersten Zeitpunkt, denn es braucht da nicht weiter eingeführt zu werden, was natürlich auch manchmal hilft, trotzdem hilfreich ist und so ein bisschen die Story so ein bisschen mit aufzubauen mit auf bzw den die aufgebaute Story nur so ein bisschen so eine Art Einzug Einfahrt zu geben. Aber dann bin ich schon wirklich. Also ich bin schon ab der ersten Sekunde drin.

00:13:04: Oliver: Ich würde jetzt mal sagen, als Spielleiter versuche ich halt natürlich auch euch als Spieler, ich nenne es mal anzuspielen im Spiel selbst. Ja, also euch praktisch dann auch durch das gezielte Nachfragen, aber auch durch das gezielte Erzählen von Szenen usw klar zu machen okay, hey, it's your time to shine. So ungefähr wie Wie empfindest du denn dieses Zusammenspiel? Also wie gelingt mir das, dass ich euch dann auch anspiele und dass ihr eure Zeit bekommt? Und wenn man sich das mal umgekehrt fragt Gibt es denn jetzt aus deiner Erinnerung Momente, wo du sagen würdest, da hättest du deinen Charakter gerne mehr zur Geltung gebracht, aber konntest nicht, weil durch die Spielleitung das in irgendeiner Form verhindert wurde. Kannst du dich an solche Momente erinnern?

00:13:54: Cem: Ich glaube, das ist weniger durch die Spielleitung gewesen, sondern an das an das Gameplay selbst gebunden. Wenn man zum Beispiel bestimmte einfach der Wurf nicht gelingt und man möchte, dass gerade das und das schaffen und dann kriegt man das einfach nicht hin, weil der Wurf nicht gelungen ist. Ich glaube, das ist so der einzige Frust, der manchmal entstehen kann. Aber ich wüsste jetzt nicht einen. Nicht eine Session, nicht eine Gelegenheit, wo ich sagen würde, da hat es nicht gepasst oder da konnte ich mich nicht entfalten.

00:14:22: Oliver: Da war die Frage auch an dich gespielt, David. Du spielst ja auch in meiner Runde und du bist ein Spielleiter. Wenn der Cem das jetzt so beschreibt, klingt es ja, als läuft es bei uns sehr harmonisch und sauber ab. Hast du aus deiner Sicht eine Beobachtung gemacht, was dazu beiträgt, als Spielleiter dieses Anspielen und dieses ich sage mal gerechte Verteilen von Aufmerksamkeit am Tisch und jedem Spieler die Option zu geben, halt seinen Charakter auszuleben. Besonders fördert.

00:14:49: David: Also vielleicht dazu zwei Punkte. Das erste ist, wir kennen uns einfach schon sehr, sehr lange und spielen schon sehr lange miteinander. Wir kennen uns auch gut und wir sind befreundet und ich glaube, das hilft einfach sehr, sehr viel, um das richtig zu balancieren, weil ich sehe das jetzt auch als Co-Spielleiter sozusagen. Ich sehe das auch nicht als alleinige Aufgabe des Spielleiters, also dieses Spotlight zu verteilen, um es mal so zu formulieren, sondern das ist auch so ein bisschen die Verantwortung der Spieler. Der Spieler selbst, da so ein bisschen sich einzubringen und dann vielleicht auch in der Interaktion mit den anderen Spielern, in Interaktion mit den anderen Charakteren, sich da einzubringen. Also ich glaube, das ist das das eine. Das andere ist, dadurch, dass wir uns so gut kennen, weißt du natürlich, du kennst deine Pappenheimer und weißt, wen man vielleicht ein bisschen eher anspielen muss. Eher so ein bisschen die ruhigeren Charaktere, die ab und zu mal so ein bisschen vielleicht einen Schub brauchen oder vielleicht eine Einladung brauchen, um sich aktiv einzubringen. Oder einfach vielleicht auch das Signal brauchen So, du nimmst jetzt niemandem anderen das Spotlight weg, die Zeit weg, jetzt im Mittelpunkt zu stehen. Spiel ruhig mal ein bisschen, zeig mal einfach dein, dein, dein Charakter. Also jetzt haben wir natürlich auch eher aktive Spieler am Tisch, aber auch die Aktivität ist unterschiedlich. Und vielleicht musst du bei anderen Leuten dann auch vielleicht eher und da gucke ich mich vielleicht selbst auch ein bisschen an, musst du vielleicht dann auch selbst manchmal einfach sagen So, das war eine schöne Szene, aber wir gehen jetzt mal über zu einem anderen Spieler, sodass da einfach ein bisschen mehr mit den anderen Spielern passiert.

00:16:21: Oliver: Ja spannend. Also ich will da vielleicht auch mal ein bisschen sagen, was ich mir sozusagen dabei denke, wenn ich es tue. Das Spiel leiten. Ich versuche tatsächlich aktive Aufforderung zu machen. Also nach dem Motto Was tust du? Oder Was macht dein Charakter in der Situation. Dabei versuche ich es aber eben auch so zu machen, dass wenn ich merke, dass ein Spieler es gerade nicht so richtig Lust hat, sich da so zu exponieren, dass ich dann halt auch nicht darauf beharre, sondern dann weiter gehe. Und ich habe mir beim Rollenspiel halt auch angewöhnt, immer mit denen zu gehen, die halt Lust zu haben und sich auch wirklich einbringen wollen. Das nutze ich dann halt auch sehr, sehr gerne, die Story voranzutreiben. Ich hoffe halt, dass es dann nicht zu einer Unterdrückung derer kommt, die vielleicht ein bisschen introvertierter sind. Aber ich glaube, da spielt auch das mit rein, was du gesagt hast. David Wir kennen uns halt alle auch schon mittlerweile sehr, sehr gut und dadurch glaube ich, ist das von der Balance her auch recht ausgeglichen.

00:17:21: Oliver: Jetzt würde ich einfach mal euch beide als Spieler ansprechen in so einer Gruppensituation. Ich meine David, du bist ja auch jemand, der recht dominant spielt in Anführungsstrichen, also seine eigenen Geschichten gerne mit einbringt und auch sehr gerne. Also die, die Zwischentöne spielt usw und Cem ist ja auch jemand, der gerne, ich sag mal das Narrativ vorantreibt, auch mit seiner eigenen Figur. Wenn ihr beide jetzt zusammen spielt, wie fühlt sich das denn an? Wie schaffe ich es denn dann, euch den Raum zu geben, dass ihr beide sozusagen die Szene gestaltet und ich mich eigentlich komplett rausnehme? Gelingt mir das oder wie? Wie könnte man das beschreiben?

00:18:01: David: Also ich glaube, an der Stelle ist tatsächlich einfach zu erkennen, dass so eine Szene gerade am Beginn in der Entstehung ist. Ich glaube, das ist eigentlich so der zentrale Punkt. Dann einfach zu sehen okay, ich kann mich jetzt zurücklegen als Spielleiter und kann die Spieler erstmal machen lassen in der Charakterinteraktion und muss eigentlich gar nichts machen. Ich muss nur ein bisschen gucken, dass die anderen Spieler vielleicht jetzt in den nächsten fünf Minuten oder wie lange das dann auch immer dauert, halt nicht irgendwie wegdriften oder sowas. Gegebenenfalls kann man als Spielleiter vielleicht auch gerade mal noch mit den anderen Spielern, die jetzt gerade nicht involviert sind, dann vielleicht noch mal was anderes machen. Aber das ist eigentlich für mich glaube ich so, das Wichtige an der Stelle einfach zu erkennen okay, das ist jetzt was, was? Wo ist mein Input? Nicht braucht, was einfach von alleine läuft und sich einfach entwickelt. Und ganz ehrlich also wenn ich selbst Spielleiter sind, das für mich die schönsten Szenen, wenn ich mich einfach zurücklehnen kann und einfach zugucken kann und genießen kann, was die Spieler da für mich aufführen. Um in der Theatersprache zu sprechen. Also daher. Ich glaube als Spielleiter ist da vor allem wichtig und das gelingt ja immer. Olli Aber das ist einfach, glaube ich, eine Erfahrungssache Und auch wieder dieses Wir kennen uns Sache ist einfach wichtig, das zu erkennen und dann einfach laufen zu lassen.

00:19:17: Oliver: Was ich daran noch mal gerne einfügen würde, ist, dass ich natürlich eigentlich das gar nicht so sehen möchte, dass ihr als Spieler sozusagen auf meiner Bühne dann irgendwie eure Charaktere spielt und ich dann happy bin, wenn das sozusagen ja so läuft, wie ich mir das vorstelle, Sondern ich versuche halt irgendwie sehr stark, so ein gemeinsames Weiterentwickeln der Story zu schaffen, also wirklich auch zu schauen, wie ihr spielt, was ihr spielt, was eure Entscheidungen sind, um dann auch zu erkennen, was sind denn eure Prioritäten? Wie soll denn die Story weitergehen, die da am Tisch entsteht? Also ich habe am meisten Spaß, wenn halt die Story in Richtung geht, die ich mir vorher gar nicht so hätte denken können. Und das eben mit eurer Hilfe. Und da jetzt die Frage Wie seht ihr das? Fühlt ihr euch frei, die Geschichte und die den Verlauf aktiv beeinflussen zu können mit eurem Spiel?

00:20:13: Cem: Also ich für meinen Teil definitiv. Weil es ist auch so, dass du ja dass du ja in dem in einem guten Spiel oder in der guten Darstellung des Charakters im Prinzip nicht nur diesen Basic Charakter hast bzw den, den du dir ausgedacht hast und den du dir im Prinzip zusammengebastelt und geschustert hast. Also ich für mich zumindest, sondern die Entwicklung des Charakters dabei. Und das ist natürlich eine großartige Sache, wenn es mit der Story eine Entwicklung des Charakters gibt und ich mit einwirken kann und einwirken darf. Und das finde ich großartig.

00:20:52: Oliver: Ich würde es ganz gerne jetzt noch mal für mich so ein bisschen zusammenfassen, was so meine Learnings sind aus dem, was ich jetzt gehört habe. Also das erste war ja schon mal klar, dass dieses gemeinsame Warm up, das Einstimmen auf die Geschichte, auf jeden Fall dabei hilft, dass die Spieler besser in die Immersion reinkommen, besser in die gemeinsame Welt und ihren Charakter dadurch so gestalten können, dass sie mit dem, was sie eigentlich machen möchten, aber auch perfekt in die Welt sozusagen reinpassen. Und wenn das schon mal funktioniert, also wenn die Figur, die man spielen möchte, zur Welt passt und dann zwischen Spielleiter und Spieler so dieses gemeinsame Verständnis darüber existiert, dann ist das schon mal eine sehr gute Grundlage, dass sich der Spieler am Tisch erfolgreich oder glücklich fühlt. Ja, das war so der erste Punkt. Das zweite, was ich jetzt mal mitgenommen habe, ist dieses Thema am Tisch. Praktisch die Möglichkeit geben Time to shine. Also dieses Gefühl zu haben als Spieler, dass ich mich entfalten kann, dass ich meinen Teil spielen kann, dass ich wahrgenommen werde, dass ich das spielen kann, worauf ich Lust habe und dass da eben ich als Spielleiter auf jeden Fall auch einen großen Einfluss darauf nehmen kann, indem ich eben Spieler gezielt anspiele, versuche, eine Balance zu schaffen, versuche, das richtige Timing und Packing zu finden. Ich sage mal, den zu extrovertierten Alleinunterhalter einzufangen, aber gleichzeitig auch dem, der vielleicht nicht ganz so dominant am Tisch ist, den Raum zu geben, dann halt auch entsprechende Me time zu bekommen am Tisch. Und das dritte, was ihr jetzt gesagt habt, ist eigentlich dieses Thema Gefühl zu geben, die Geschichte mitgestalten zu können, so dass also auch so ein gemeinsames Erlebnis entsteht und man nicht nur das Gefühl hat, in einer Eisenbahn unterwegs zu sein und sich die Landschaft links und rechts anzugucken, die der Spielleiter einem beschreibt. Das werden sie so erstmal für diesen Teil meine drei Learnings. Seht ihr das genauso? Habe ich euch richtig verstanden? Vor allem dich, Cem, Oder gibt es da noch was zu ergänzen?

00:23:01: Cem: Nein, Du hast mal wieder auf den Punkt gebracht, Oli. Genau das sind die Punkte, die im Prinzip die Quintessenz für mich darstellen. Als Spieler zumindest. Und das Ganze auch ja besonders besonderen Reiz und besonderen Spaß auch bietet.

00:23:16: David: Ich würde vielleicht noch einen Punkt ergänzen zu dieser Sache mit dem, mit den, mit dem Warm up und dass die das nicht nur auf die Spielwelt und auf die auf die Story und die Vorbereitung, sozusagen die auf die Immersion zu fokussieren, sondern ganz allgemein die Erwartungen klar zu machen. Was kommt da eigentlich auf uns zu? Und das ist eben das, was wir als Session Zero bezeichnet haben oder was wir jetzt als Warm up hier diskutieren. Das beinhaltet für mich auch Sachen wie Welches Regelwerk haben wir, wie legen wir die Regeln aus? Das ist eher frei. Oder sollen wir es wirklich genau so machen, wie es im Buch steht, aber auch das Fokus des Spiels? Also was ist im Fokus, Was ist das Zentrum dessen, was wir machen? Geht es darum, eine große Erzählung zu machen oder geht es eher so ganz klassisch Dungeon Crawl mäßig um Rätsel fallen oder jetzt wie unsere Delta Green Session auf? Um das Aufdecken von Kriminalfällen oder was mir halt immer ganz, ganz wichtig ist in meinen meinen Spielwelten ist, geht es darum, den Charakter zu ergründen, wie der so ist, wie der sich wandelt. Und wie geht der mit den Herausforderungen in der Spielwelt um? Und ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt, der auch zu diesen Erwartungsmanagement am Anfang gehört. Was für mich auch einfach Teil dieses Warm ups ist. Haben wir alles gemacht, Machen wir alles regelmäßig. Das haben wir jetzt für die Winterwacht sehr, sehr deutlich gemacht. Da ist alles ganz klar kommuniziert worden am Anfang. Und ich glaube, wir konnten uns alle Charaktere machen, die sehr gut in die in die Welt reinpassen, die sehr gut in das Narrativ reinpassen, die, glaube ich, auch die Atmosphäre gut aufgenommen haben. Wir haben da sehr unterschiedliche Konzepte entwickelt, wie wir diese Atmosphäre aufnehmen. Aber ich glaube, das hat alles sehr, sehr gut geklappt. Jetzt gerade für diese Winterwachtkampagne.

00:25:04: Oliver: Wie wichtig ist für dich als Spieler, Cem, dass du das Gefühl hast, in dieser Welt im Prinzip jede Tür, jede Kiste, jeden Stein umdrehen zu können? Also ich gebe mal dieses wunderbare Beispiel. Ich glaube, wir haben es in einer der letzten Folgen auch humoristisch zitiert, wo dein Charakter in unserer D&D Kampagne mit dem Säugling auf dem Arm in so eine Vampirgruft reinmarschiert ist, was ja nun völlig ungescriptet war. Die Vampirgruft hat überhaupt keine Bedeutung für das Abenteuer, aber die war halt einfach da und du bist halt einfach dort reingegangen und Chaos unfolds aber die Frage ist, wie wichtig ist es dir denn, dass genau sowas machen zu können? Also genau diese Freiheit zu haben, eigentlich jede Entscheidung zu treffen, die halt plausibel ist.

00:25:52: Cem: Also für mich persönlich ist es sogar sehr wichtig. Oliver, wenn du mich fragst, als für mich als Spieler ist es enorm wichtig, diese diese Freiheit haben zu können. Diese, diese Story, wie gesagt, die, die da besteht und auch mit Wendungen mit sag mal, wirklich mit filmartigen Wendungen da plötzlich auftauchen, da mit interagieren zu können und dann auch da selbst gestalten zu können. Also für mich persönlich ist es enorm wichtig und ich genieße es und feiere es jedes Mal, wenn so was ist. Gerade die Szene mit dieser Vampirgruft. Oh Gott, da läuft mir jetzt noch der Schauder über den Rücken.

00:26:28: Oliver: Das ist nämlich genau das, David, was mich sehr freut, dass der Cem das so sagt, weil ich eben auch immer das Gefühl habe als Spieler, dass genau das mich, mich auch sehr reizt und dass ich als Spielleiter das zur Verfügung stellen möchte. Und dieses hast du eben noch gesagt hast, dass wir eben gut vorbereitet waren, uns alle eingestimmt haben und dadurch auch jeder seine eigene Interpretation dieser Stimmung und der Welt finden konnte. Das ist für mich dann auch so als Spielleiter die absolute Grundlage, um halt dann auch solche Sachen improvisieren zu können, um die Welt halt nicht im Prinzip aus den Angeln zu heben, weil die Spieler verrückte Entscheidungen treffen oder Dinge machen wollen, die ich nicht so geplant habe. Und je besser ich sozusagen ein Verständnis dafür habe, wie meine Welt funktioniert und je besser ich darüber kommuniziere und damit, wie so eine Art gemeinsame Bühne zwischen Spielern und Spielleiter schaffe, in der man sich auf so einen gewissen Common Sense einigt, dann fällt es einem halt total leicht, auch diese Improvisation auf Basis von unvorhergesehenen, überraschenden Entscheidungen der Spieler umzusetzen. Also das ist mir persönlich als Spielleiter sehr, sehr wichtig. Und das vielleicht noch mal zu sagen.

00:27:45: David: Ja, absolut. Und das kommt ja zurück zu etwas, das wir schon mehrfach gesprochen haben. In den vorigen Folgen, nämlich dass, wenn ich sehr genau Bescheid weiß über die Welt und wenn ich das dann auch noch kommuniziert habe an meine Spieler und Spielerinnen, dann habe ich so viel Material, das zum einen den Spielern den Korridor gibt, was in dieser Welt erwartbar und sinnvoll und normal und realistisch ist, zu tun. Auf der anderen Seite mir selbst aber einfach so viel an Hintergrund und Material gebe, dass ich Einfach und locker improvisieren kann und weiß, das passt in die Story. Ich brauche keine Angst zu haben, dass es mir irgendwie die Welt zerschießt und es wird eine runde Sache daraus und man kann einfach völlig ohne in Anführungszeichen Angst, dass man sich irgendwas vorwegnimmt oder dass man irgendwas vielleicht kaputt macht, improvisieren. Und ich glaube, das ist immer wieder betonenswert, dass das relevant ist.

00:28:44: Oliver: Das haben wir ja sehr, sehr viel über das Narrativ und über Bühne und über Schauspielern gesprochen. Aber gleichzeitig Cem hattest du vorhin noch etwas gesagt, nämlich, dass manchmal die Würfel dich daran hindern, das zu tun, was du eigentlich tun wolltest und dass das dann manchmal auch so eine kleine, vielleicht ein kleiner Rückschlag, eine Enttäuschung sein könnte. Da erst mal die Frage an mich, an dich Wie wichtig ist dir denn das Spielsystem, in dem wir unterwegs sind?

00:29:13: Cem: Okay, jetzt muss ich wahrscheinlich. Das werde ich mir ganz viele Feinde ansammeln, wenn ich das so sage. Aber tatsächlich, das Spielsystem ist für mich eines der Sachen, die sehr unbedeutend sind. Ja, also vielleicht merkt man das manchmal auch an mir an, an an der Art und Weise, wie ich manchmal spiele, wie ich auch manchmal vielleicht länger brauche, über die Skillfähigkeiten meiner Charaktere usw und so fort. Das ist für mich nur so eine, so eine Nebensache. Das muss aber auch sein. Mir ist bewusst, dass es sein muss, um dem Ganzen natürlich so bestimmte Grenzen setzen zu können. Aber für mich persönlich ist es eine Nebensache. mich ärgert das natürlich in dem Moment, wo durch die Würfel entschieden wird, dass ich einen bestimmten Zug, eine bestimmte Sache, die ich machen wollte, nicht machen kann. Aber es gehört einfach dazu. Das ist so ein bisschen wie real life, sage ich jetzt mal, dass da nicht alles immer sofort klappt, auf Anhieb klappt. Und dann denk ich mir alles klar, dann muss dann was anderes passieren. Aber ich gebe jetzt deswegen jetzt dem, Spiel selber jetzt nicht die Schuld, sondern das ist einfach. Das gehört einfach zum Spielablauf dazu, dass eben nicht immer alles klappen kann, wie man sich das vorstellt.

00:30:17: Oliver: Und wie wichtig ist es dir denn, als Spielanteil dieses klassische Rollenspielelement, also den Charakter zu verbessern? Das ist in D&D ein neues Level und neue Fähigkeiten zu bekommen Oder in anderen Spielen, ich sage es mal. Die die richtige Ausrüstung zu bekommen oder ähnliches. Wie wichtig ist dir denn diese Komponente im Spiel?

00:30:35: Cem: Also tatsächlich auch das ist. Ich weiß, dass viele das gerne haben, wenn sie stärker bessere Skills haben und bessere Waffen haben. Das ist alles. Alles schön und gut, aber das spielt auch für mich in dem Sinne nicht eine besonders große Rolle. Natürlich ist es dann immer schöner, wenn man noch mehr Möglichkeiten hat, noch mehr Fähigkeiten hat. Ja. Also, das spielt tatsächlich für mich auch eine weniger große Rolle. Denn, wie ich schon sagte, das ist ein Modus, der einfach dazugehört. Und. Für mich ist es dann einfach einfach wichtiger, das Spiel weiter weiter gestalten zu können.

00:31:12: David: Vielleicht dazu passend die Frage, die geht in eine ähnliche Richtung. Also es gibt ja in vielen Rollenspielsystemen so ein sehr stark vom normalen interaktiven Spiel abgetrennten Teil, der so Kämpfe simuliert. Also das Rollenspiel kommt ja so, also die Idee zumindest kommt so aus der Wargaming Tradition und das merkt man ja gerade D&D noch an das das Spielsystem, das für den Kampf ja sehr ausgefeilte Regeln hat und fast so ein eigenes extra Spiel. Wie wichtig ist dir denn das? Ist dir so ein taktisches Spielsystem, wie wir es jetzt in denen die vierte Edition haben? Und so ein bisschen abgeschwächt ist, auch in der fünften Edition, die wir jetzt aktuell spielen? Ist dir sowas wichtig?

00:31:51: Cem: Auch hier muss ich, muss ich ganz ehrlich sagen, das sind alles so so, also für mich persönlich sind es so Nebenerscheinungen, die einfach für den, für das, für das Interagieren, das Ganze vielleicht für die meisten Spieler auch interessant macht. Also ich kann wirklich nur für mich sprechen. Und wahrscheinlich spreche ich da nicht im Namen der meisten Spieler, die das gerne mögen und auch diese Kampfszenen auch gerne mögen. Klar, man genießt die Action, die gerade stattfindet, gerade dann, wenn die Action. Oder wenn wenn es zu einem Punkt kommt, wo dann so die Spannung aufgebaut wurde und dann man anhand der Handlung noch ein bisschen, ich sage mal ja Bewegung reinbringen kann. Natürlich macht das Spaß, aber das ist nicht für mich das Grundlegende. Mir macht das Spiel drumherum wesentlich mehr Spaß, Also der Ausbau des Charakters, die Entfaltung des Charakters, die Entwicklung des Charakters ist für mich immer noch das ausschlaggebende Element, das mir persönlich am meisten Spaß macht.

00:32:48: Oliver: Und ich würde es noch mal dann vielleicht so zusammenfassen was du gesagt hast, dass der Kampf, wenn er eine Bedeutung hat für das, für die Geschichte, wenn das sozusagen spannendes Element ist für die Geschichte, dann ist es ein Teil, der dir Spaß macht. Aber wenn der Kampf bedeutungslos und einfach nur des Kämpfens willens ist, um keine Ahnung seine Macht im Sinne der Spielwerte auszuspielen, ist das nicht so dein Fall? So würde ich das jetzt interpretieren. Na?

00:33:16: Cem: Exakt, Olli. Genau so! Du hast mal wieder auf den Punkt gebracht. Ich rede lange und du kommst auf den Punkt. Genau so ist es.

00:33:23: Oliver: dann weiß ich wahrscheinlich schon die Antwort auf meine letzte Frage jetzt gezielt an Dich. Aber auch gerne, David Du aus deiner Rolle als Spieler. Wie wichtig ist es euch denn als Spieler, dass der Spielleiter die Regeln des Spiels besser kann als ihr und euch im Zweifel erklärt oder hilft oder sonst irgendwas am Tisch mit diesen Regeln macht?

00:33:44: Cem: Also für mich persönlich spielt auch das nicht so eine große Rolle. Ich meine, wenn der Spielleiter die Regeln besser kennt als ich, macht es jetzt für mein Spiel selber, für meinen, für meinen Charakter keine große Rolle. Klar kann es, mal kann es mal hilfreich sein, wenn man nicht das ich sage mal so regeltechnisch das gerade im Petto hat und der Spielleiter vielleicht mal da eine Unterstützung gibt oder sagt, Das geht an dieser Stelle nicht unbedingt. Aber für mich spielt es jetzt tatsächlich nicht unbedingt eine Rolle, mag sein, dass da jemand anderer anderer Meinung ist.

00:34:21: David: Ja, das ist bestimmt so, dass da andere Leute anderer Meinung sind. Aber ich teile das sehr, was du sagst. Cem Für mich ist das insoweit wichtig, dass der Spielleiter verstehen muss, was eine faire Auslegung einer Regel ist, dass er ungefähr versteht, was so das Regelsystem sagt. Aber für mir muss mein Spielleiter nicht meine Regeln erklären, insbesondere nicht, die spezifisch sind für meinen Charakter. Wie gesagt, so ein grundsätzliches Regelverständnis ist. Da muss da sein. Aber ich habe überhaupt gar kein Problem, der Rules Lawyer zu sein am Tisch, auf dem man sich dann zurückschreibt. Zurückfallen kann als Spielleiter. Und dann zu sagen Wie war denn das noch mal mit der Regel? Oder kannst du das noch mal nachgucken? Ich finde das nämlich eine große Herausforderung, gerade für ein System mit relativ komplexen und vielen Regeln, die dann sich auch noch von unterschiedlichen Charakterklassen und Situationen unterscheiden, wie das jetzt bei denen, die zum Beispiel der Fall ist, da alles zu wissen und sich dann auch noch auf das alles am Spielgeschehen zu konzentrieren und die eigene Story im Hinterkopf zu haben und dann noch im Hinterkopf zu haben, was wir vorher besprochen haben, nämlich Wem verteile ich jetzt das Spotlight, Wie bringe ich das Pacing? Ich finde, das erwartet sehr, sehr viel vom Spielleiter und ich persönlich habe diese Erwartung nicht an den Spielleiter. Ich habe die aber auch nicht an mich selbst, wenn ich Spielleiter. Ich gehe schon mit der Erwartung und dem Anspruch an mich ran in so einer Spielsession, wenn ich selbst Spielleiter die Regeln grundsätzlich zu verstehen und wie gesagt, so ungefähr die Balance festzustellen. So was ist okay, was kann ich sozusagen bringen, was ist halt eine faire Auslegung der Regeln. Aber ich muss nicht alle Details wissen und das ist für mich auch keinerlei Immersion, Zerstörung oder irgend ein Problem. Dann halt im Spiel kurz Rücksprache zu halten im Spiel oder wenn der Spieler was nachschauen muss oder mit jemand anderen kurz über Regeln diskutieren muss. Stört mich eigentlich nicht.

00:36:13: Oliver: Das beruhigt mich sehr, weil ich bin leider was Regeln angeht echt grottenschlecht und das ist so einer meiner Defizite am Tisch. Aber ihr merkt es wahrscheinlich alle, die das jetzt gehört haben, oder auch wir, werden wir es hier sprechen, dass diese Folge natürlich absolut nicht den Anspruch hat, allgemeingültige Regeln aufzustellen, was einen guten Spielleiter für die Spieler ausmacht, sondern was ich heute tatsächlich hier mitnehme ist, dass das Spiel und auch das, was die Leute am Spiel gut finden. Einfach genauso vielfältig und individuell ist wie die Menschen selbst, die darin mitspielen. Und ich glaube, ein guter Spielleiter oder in unserem Sinne der beste Spielleiter der Welt wird man dann, wenn man genau der Spielleiter ist, den seine Gruppe braucht.

00:37:07: David: Ich finde, dass das ein sehr, sehr schönes Schlusswort für diese Folge. Außer Cem hat noch einen letzten Satz, den ich ihm gerne geben würde als unser Ehrengast heute.

00:37:18: Cem: Also ich kann nur sagen, ich freue mich einfach auf die nächste Session.

00:37:22: David: Sehr schön. Das tue ich auch. Deine erste. Deinen ersten Auftritt bei der Winterwacht. Cem: Ganz, ganz herzlichen Dank, dass du da warst. Hat viel Spaß gemacht. Wir haben dich, glaube ich, noch mal ein bisschen besser kennenlernen können als Spieler. Weil wir spielen zwar schon so ewig miteinander und haben uns schon in ganz vielen Rollenspiel Situationen erlebt, aber so richtig glaube ich, so in dieser Tiefe und so in dieser Struktur haben wir über das Spielen, das gemeinsame Spielen, insbesondere das, was du von der Spielleitung erwartest, noch nie gesprochen. Daher ganz, ganz herzlichen Dank! Du hast uns auf jeden Fall weitergebracht auf unserem Weg, die besten Spieler der Welt zu werden. Ich danke auch. Oder wir danken natürlich auch den Zuhörern und Zuhörerinnen. Danke, dass ihr dabei wart, wenn euch die Folge gefallen hat. Wie immer Abonniert uns, erzählt eure Mitspielerinnen und Mitspielern von uns und meldet euch bei uns am besten über Email über 2w12podcast@mail.de oder über den Kommentar bei YouTube und teilt uns gerne mit an die Spielleiter unter euch Habt ihr eure Spieler schon mal gefragt und was waren die Antworten auf die Frage Was ist eigentlich ein guter Spielleiter für dich? Und wenn ihr selbst Spieler seid, was ist denn euch wichtig? Teilt uns das mit. Aber natürlich freuen wir uns auch immer über Vorschläge darüber, was wir denn in Zukunft hier besprechen könnten und vielleicht Themen, die uns weiterbringen auf dem Weg, die besten Spieler der Welt zu werden. Wir freuen uns auf jeden Fall von euch zu hören. Bis dahin wünschen wir viel Spaß beim Spielleiten der David.

00:38:53: Oliver: Und der Oliver.

00:38:53: Cem: Und in dem Fall Cem

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