Spielertypen und wie man sie motiviert (Ep. 17)
Shownotes
Spielertypen verstehen: So holst du das Beste aus deiner Runde raus
Warum sitzen Menschen eigentlich am Spieltisch? Und warum funktionieren manche Runden großartig – während andere trotz guter Vorbereitung auseinanderfallen?
In dieser Folge nehmen Oliver und David ein Thema auseinander, das jeder Spielleiter früher oder später erlebt: unterschiedliche Spielertypen und ihre Motivation. Statt Problemspieler zu verteufeln, geht es darum zu verstehen, was Spieler wirklich antreibt – und wie du als Spielleiter damit arbeiten kannst.
Ausgehend von Robin D. Laws’ Modell der sieben Spielertypen diskutieren die beiden, wie Powergamer, Taktiker, Schauspieler oder Gelegenheitsspieler ticken – und vor allem: wie du jedem Typ ein passendes Angebot machst, ohne dass deine Runde auseinanderfällt.
Das zentrale Learning: Es geht nicht darum, Spieler zu verändern. Es geht darum, sie zu verstehen – und daraus besseres Spiel zu machen.
Highlights & Timestamps 00:00:00 Begrüßung und Einstieg ins Thema 00:00:55 Horror-Erlebnisse mit problematischen Spielern 00:05:35 Warum Motivation der Schlüssel zu gutem Spielleiten ist 00:06:40 Einführung in die sieben Spielertypen nach Robin D. Laws 00:08:13 Der Powergamer: Optimierung und System-Mastery 00:14:57 Die Kampfsau: Spaß am Kampf als Kernmotivation 00:18:55 Der Taktiker: Probleme lösen statt draufhauen 00:24:36 Der Spezialist: Immer derselbe Spielstil 00:28:17 Der Schauspieler: Immersion durch Charakterspiel 00:34:04 Der Geschichtenerzähler: Motivation durch Story 00:40:41 Der Gelegenheitsspieler: Spielen wegen der Gruppe 00:46:05 Zusammenfassung: Balance statt Umerziehung 00:48:14 Wann Gruppen einfach nicht zusammenpassen
Wichtige Takeaways
- Jeder Spieler bringt eine eigene Motivation mit an den Tisch – und die zu verstehen ist entscheidend für gutes Spielleiten.
- Spielertypen sind keine Schubladen, sondern Mischformen mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
- Es geht nicht darum, Spieler zu verändern, sondern ihnen passende Spielangebote zu machen.
- Powergamer brauchen Raum zum Glänzen – aber auch Grenzen durch die Spielwelt.
- Kampforientierte Spieler profitieren von klar dosierten, relevanten Konflikten.
- Taktiker brauchen lösbare Probleme – aber auch ein gutes Pacing, damit das Spiel nicht stehen bleibt.
- Spezialisten funktionieren am besten, wenn ihre Stärke bewusst ins Spiel eingebaut wird.
- Schauspieler brauchen Bühne – aber die Gruppe darf dabei nicht aus dem Blick geraten.
- Geschichtenerzähler sind eine wertvolle Quelle für emergente Storylines.
- Gelegenheitsspieler sind sozial wichtig, aber keine verlässliche Konstante für komplexe Kampagnen.
- Die Aufgabe des Spielleiters ist es, die Gruppe zu balancieren – nicht einen Spielstil zu dominieren.
- Manchmal ist es sinnvoll, ehrlich zu sein: Nicht jede Gruppe passt zu jeder Kampagne.
Wichtige Links: Robin D. Laws: Gutes Spielleiten
Wenn dir die Folge gefallen hat, abonniere den Podcast und empfehle ihn deiner Spielrunde weiter. Schreib uns, welche Spielertypen du bei dir am Tisch hast und wie du damit umgehst. Du erreichst uns per Mail unter 2w12podcast@mail.de oder über Kommentare bei YouTube.
Transkript anzeigen
00:00:00: David: Herzlich willkommen zum zwei W12 Podcast. Wir, das sind der David.
00:00:03: Oliver: Und der Oliver?
00:00:05: David: Sprechen in diesem Podcast über das Pen und Paper Rollenspiel, insbesondere aus der Perspektive des Spielleiters und in diesem Podcast reflektieren. Wir sprechen darüber, lernen voneinander und unser Ziel ist, die besten Spieler der Welt zu werden. Olli Und bevor wir in die heutige Zeit die heutige Folge einsteigen, das heutige Thema einsteigen. Eine kurze Frage an dich. Wenn ich so im Internet rum gucke, nach Spieler und Spielleitertipps usw, dann stolpere ich ganz oft über solche Horrorgeschichten, wo Spielleiter so ihr Herz ausschütten. Sie hätten irgendwelche Problemspieler am Tisch oder irgendwelche ganz, ganz schreckliche Situationen erlebt am Spieltisch mit einem Spieler. In der Regel sind Spieler nicht Spielerinnen, aber das soll es natürlich auch geben. Wie ist denn so deine Erfahrung da? Kennst du das?
00:00:55: Oliver: Ja tatsächlich. Ich habe auch einige, ich sage mal Horror Erlebnisse gehabt mit Spielern am Tisch bzw auch generell. Und das kann ich sehr sehr gut nachvollziehen. Ja, ich habe da auch eine recht widerliche Geschichte am Start,
00:01:13: David: Okay,
00:01:13: Oliver: die also.
00:01:14: David: es ist jugendfrei. Kann man die? Kann man die erzählen?
00:01:17: Oliver: Mehr oder weniger ist die jugendfrei, aber
00:01:19: David: Okay,
00:01:19: Oliver: es ist
00:01:20: David: dann.
00:01:20: Oliver: tatsächlich ein. Ja, das fing eigentlich an so früher kannte gab es Rollenspielforen und ich weiß nicht, ob das Thema Forenrollenspiel so kennst. Ja. Das heißt, man hat dann praktisch seinen Charakter beschrieben, so wie ein Forumsbeitrag mit seinen Handlungen. Und dann kam der nächste und dann hat sich das wie so eine Forumsdiskussion asynchron, also die Geschichte weiterentwickelt, eben auch sehr, sehr stark narrativ. Und das war so in meiner Zeit, wo ich dann Cthulhu-Spieler gesucht habe, auch als ich dann gerade wieder zurückgezogen bin nach Offenbach, dann habe ich ja auch gedacht Komm, kannst du mal ein bisschen hier schauen, kannst du ein bisschen suchen? Und dann hatte ich halt da. Ich war ja damals auch recht aktiv, so in diesen Foren und dies und das und hatte dann auch einfach aus mangels Masse dann auch mal so ein Forenspiel dort angeboten und da war dann schon eine Person, die hat dann schon in diesem Forum einen Charakter gespielt, der sagen wir mal sehr flirty unterwegs war. Das heißt immer dann also er hat einen Mann gespielt, einen heterosexuellen Mann. Und immer dann, wenn also in diesem Spiel Frauen vorkamen, dann hat er da den Flirtkönig rausgegeben und natürlich auch sehr stark dann im Forum. Da kannst du sehr stark selbst bestimmen, was passiert. Also der war dann auch da recht erfolgreich damit. Sagen wir es mal so und das hat einen großen Teil dieses Spiels eingenommen, sozusagen. Also Flirten mit NSCs, so das da, da denkst du dir jetzt noch nicht so viel bei So. Dann kam es irgendwann mal dazu, dass wir uns kennengelernt haben und uns dann praktisch verabredet haben zum Rollenspiel. Und ich hatte dann eine ganz recht viele Spieler gefunden, die sich dann auch bei mir im Wohnzimmer getroffen haben. Und es fing dann auch schon mal so an, dass also muss dir vorstellen, in meinem Wohnzimmer saßen also sechs Rollenspieler plus ich und ich bin, die gemeinsam spielen wollen. Und ich bin dann habe gefragt wer möchte was trinken, bin dann in meine Küche gegangen um Gläser und Getränke zu holen und ich komme zurück in diesen Raum Und da sitzen also sechs Rollenspieler und keiner unterhält sich miteinander. Also wirklich. So, so what? The fuck? Also das war für mich so ihr habt alle das gleiche Thema, Ihr habt alle das gleiche Ziel und sechs Leute. Klar, die waren sich alle fremd, aber so erstmal nur um so diesen diese Baseline der Social Awkwardness so ein bisschen zu so dann. Es ging dann los, wir starten dieses Spiel und besagter Spieler fing dann wieder an im Spiel, den Flirtkönig rauszuhängen, und zwar auf eine mehr oder weniger unangenehme Art und Weise. Also weibliche SCs, weibliche NSCs usw. Also man hat so ein bisschen diesen Eindruck gewonnen, dass das einzige Ziel war es also, in dieser Spielsituation irgendwie erfolgreich beim anderen Geschlecht anzukommen. Ja, und das auf eine sehr, sehr unangenehme Art und Weise. Und gerade wenn ich mir überlege, du hast diese socially awkward in real life, wo es dann so ein bisschen so, da kriegt man den Mund nicht auf und dann im Rollenspiel wird so wirklich so ich sag mal sehr sehr unangenehm das Ganze gemacht und ich ich ich sag mal so, da sind dann auch tatsächlich bis hin zu Rape Fantasien dann auch entstanden im Spiel. Ja, wo ich also wirklich dann einfach auch keinen Bock mehr drauf hatte, wo ich dann gesagt habe also das ist nicht wie ich spielen möchte. Ja, ich möchte da auch gar keine Geschichten oder gar Witze darüber machen oder ähnliches. Und das war für mich dann so dieses Ende und ich würde fast sagen, so was war die Motivation dieser Person, Rollenspiel zu spielen. Ich meine, ich bin jetzt kein Psychiater, aber nach diesen zwei Erlebnissen würde ich halt einfach fast sagen, das ist so ein Kompensationsspieler, der irgendwie etwas, was in der richtigen Welt nicht hinkriegt, dann irgendwie so krampfhaft auf dieses Spiel anwendet und was weiß ich passiert und das muss ich sagen, war eins meiner schrecklichsten Spielerlebnisse überhaupt.
00:05:35: Oliver: Aber wir wollen uns ja heute auch positiv damit auseinandersetzen, weil ich habe es ja schon erwähnt. Ich habe dann überlegt, was ist die Motivation von dieser Person sozusagen an so einem Spieltisch zu kommen und Rollenspiel zu spielen? Im besten Fall sind es ja gute Motivationen, die man haben kann und ich finde, als Spielleiter ist es relativ wichtig, auch zu verstehen, was sind denn gute Motivationen? Also was motiviert unterschiedliche Menschen dazu, sich an einen Tisch zu setzen und Rollenspiel zu spielen? Und gleichzeitig ist auch so ein bisschen meine Aufgabe als Spielleiter, das zu verstehen und für diese Leute ein Angebot zu machen, So dass ich also in dieser Vielfalt der Motivation, an einem Rollenspiel teilzunehmen, für jeden einzelnen ein Angebot machen kann. Bei mir in meiner Runde teilzunehmen und gleichzeitig die Gruppe so unter einen Hut zu bringen. Und ich glaube, das ist ein ganz wichtiges Thema und deshalb würde ich vorschlagen, wir beschäftigen uns heute mal mit Spielertypen, mit positiv aufgeladenen Spielertypen.
00:06:36: David: Sehr schön. Sehr schön. Machen wir.
00:06:40: Oliver: Zu diesem Thema haben wir natürlich schon ganz viele Informationen vorliegen. Also wir erfinden jetzt hier nicht die Spielertypen. und um einmal ein Framework zu haben für solche Spielertypen habe ich hier ein wunderbares Buch in der Hand, auf dem wie könnte es anders sein wir lesen auch nichts anderes ein W12 abgebildet ist. Ja, und zwar ist das Robin D. Laws gutes Spielleiten oder auf Englisch Robins Laws of good Game Mastering. Haha, Wortspiel. Was natürlich im Deutschen ein bisschen blöd funktioniert, aber der Mann heißt so und deshalb passt es im Titel auf Deutsch. Von Pegasus Press übersetzt heißt das Ganze eben gutes Spielleiten. Und dort ist tatsächlich auch die These, die ich aufgestellt habe. Kenne deine Spieler und kenne die Wünsche und Geschmäcker deiner Spieler. Eins der allerersten Kapitel. So viele Seiten hat das ganze Buch gar nicht, aber eins der ersten kümmert sich darum und dort sind insgesamt sieben Spielertypen definiert. Und ich würde vorschlagen, wir nutzen die einfach und hangeln uns ein bisschen dran entlang und ich würde es immer mal so von einem zum anderen gehen kurz beschreiben, was das denn jetzt für ein was diesen Typ ausmacht. Und dann wird mich David interessieren. Hast du Erfahrung damit? Und was vor allem sind so Elemente, die du nutzt, um diesem Spielertyp an deinem Tisch ein Angebot zu machen? Und was benutzt du, um so ein Spielertyp in deiner Runde auch zu integrieren? Okay.
00:08:09: David: Klingt super. Bin gespannt.
00:08:13: Oliver: Dass der erste Typ, den Robin Laws hier beschreibt, ist der Powergamer, also der Spieler, der das Regelwerk studiert hat, der sämtliche Zusatzregeln kennt und daraus praktisch im Rahmen von so einem Regelsystem, was ja die Physik am Spieltisch beschreibt, das absolute Maximum rausholt, also das im Rahmen der Möglichkeit der Regeln ich nenne es mal mächtigste Charakterkonzept zu erstellen, was es möglich macht und damit sozusagen am Tisch zu dominieren. Auch das ist der Powergamer. Ich glaube, es ist ein Begriff, den kennen ganz viele hier. Erste Frage direkt an dich, David Hast du schon mit Powergamern zu tun? Und wie gehst du denn mit denen um?
00:09:00: David: Ja, habe ich. Mit Powergamer zu tun? Also ich habe Spieler schon so lange, dass ich denen, die noch aus früheren Editionen kenne und jeder der damals, also vor denen, die ihr sage ich jetzt mal, also die, die zwei auf jeden Fall also die die Second Edition und dann die in die drei und drei Uhr fünf. Also jeder, der in dieser Edition ein Mal gespielt hat, war ein Powergamer. Das ist einfach jetzt mal Definition, Das setze ich jetzt einfach mal so, weil spätestens ab der sechsten, siebten Stufe, also auf oder spätestens ab der Neunten, würde ich sagen, waren Magier. Ja, das waren einfach. Die haben alles, konnten alles machen und die haben die anderen Spieler eigentlich nicht mehr gebraucht. Die anderen Charaktere und so ein richtig aus würde ich so sagen. So ein hundert Prozent Powergamer hatte ich noch nie in meiner Gruppe. Aber natürlich. ich habe schon so ein paar Kandidaten bei mir in den Gruppen gehabt und vielleicht auch in meiner aktuellen Gruppe, die so ein bisschen so in diese Richtung gehen, denen es einfach Spaß macht, einen Charakter sich auszudenken, auch auf der mechanischen Seite diese Optimierung, diese Regeln, sich durchzugucken und dann so zu gucken, wie baue ich den am besten so auf, dass er halt möglichst effektiv ist? Effektiv dann ganz oft, Ja natürlich dann auch in diesem großen Subsystem Kampf. Und das hatte ich schon. Und es war aber nie, wie gesagt, so ausgeprägt, dass das irgendwie wirklich ein großes Problem war. Bis auf den Moment, wo halt ein Magier in den die drei Uhr fünf. Auf der neunten Stufe war und die anderen Spieler halt da saßen und dann im wesentlichen nur noch gedacht haben, wir müssen jetzt nur noch unseren Schild über den Magier halten und den Rest macht der Zauberer.
00:10:32: Oliver: Sehr sehr schön. Also ich hatte vielleicht noch mehr Systeme, die auch so powergamerfreundlich sind. Also mein extremstes Beispiel eines Powergamers, das hatte ich in der Shadowrunrunde und der Spieler selbst auch. Hat verschiedene Runden bei mir gespielt, unter anderem auch Shadowrun. Und der hatte grundsätzlich einfach so wirklich sehr viel Spaß daran, diese Regelsysteme zu studieren, analysieren und wirklich so zu exploiten bis der Arzt kommt. Hat dann auch wirklich Charaktere geschaffen, die einfach sämtliche, ich nenne es mal normalen Drohungssituation komplett ausgeschaltet haben. Also da wäre wahrscheinlich selbst ein in die Shadowrunwelt übertragener Don Bosco hätte keinerlei Druckmittel gehabt, weil dieser Charakter von Anfang an gewusst hätte. Was sollen die gegen mich schicken? Ich würde selbst eine nukleare Explosion überleben und als strahlender Sieger hervorgehen. So bring it on. So, das war dann auch so ein bisschen die Devise. Und tatsächlich war dann für mich so die Frage Wie gehe ich denn damit um? Weil das ja eine Motivation dieser Spieler macht, das, weil er daran Spaß hat. Gleichzeitig führt es dazu, dass gewisse ich nenne es jetzt mal diese Suspension of Disbelief, also das, was man sich halt so erwartet, wie eine Welt funktioniert, dass halt jemand eben nicht so übermächtig ist, dass praktisch niemand, egal mit welcher Armee er kommt, mir irgendwie das Wasser reichen kann. Wie gehe ich jetzt damit um und wie schaffe ich es, dass ich auch solche Momente ja an den Tisch bringen? Und dann habe ich mich so ein bisschen dazu geeinigt, dass wir Situationen haben werden. Zum Beispiel Kämpfe, in denen es tatsächlich dann so zu Momenten kam, wo er eben brillieren konnte durch diese Überlegenheit, durch diese Sachen und dadurch auch den Tag retten konnte. Gleichzeitig habe ich dann aber im Umkehrschluss auch Elemente geschaffen, in der. Also bei Shadowrun kommt er sehr, sehr viel über Ausrüstung und so ein Kram dann auch zusammen. Regelmechanik. Das ist dann halt einfach auch auf Basis der Logik, was passieren kann, auch gewisse Elemente, seine Ausrüstung einfach nicht zum Tragen kommen. Also ich kann halt keine komplette Vollrüstung und einen Schild die ganze Zeit rumrennen, wenn es darum geht in einem Club schick auszusehen und Informanten zu befragen. So ungefähr. Und habe dann halt versucht, über das Narrativ auch einfach Situationen zu schaffen, wo ich diese Regelgeschichten so ein bisschen ja, sagen wir mal versucht habe, auszugleichen. Natürlich war der Spieler dann auch so, dass er dann auch sehr viel Invest darin gelegt hat, diese passenden Ausrüstungsgegenstände so zu platzieren oder so zu verstecken oder so mitzunehmen, dass die innerhalb von möglichst wenig Runden angelegt und damit wieder der der Ursprungszustand hergestellt werden kann. Nur mal so ein bisschen zu verstehen, wie da die Spieldynamik war. Aber grundsätzlich ist das halt die Frage. Wenn man so wie so eine Art Gruppenvertrag mit Powergamern machen kann, dann ist es glaube ich, der, ihnen die Chance zu geben, das auszuleben und damit zur Geschichte aber auch beizutragen, aber gleichzeitig auch so ein bisschen dieses Verständnis einzufordern, dass es halt an anderen Stellen auch andere Situationen gibt, die dann nicht einfach aus reiner Willkür des Spielleiters, sondern eben auf Basis von so logischen Situationen vielleicht dazu führt, dass nicht alle Maxfunktionalitäten im Charakter auch jederzeit immer anwendbar sind.
00:13:44: David: Genau. Also ich glaube, da sind zwei Punkte, die du genannt hast irgendwie zentral. Das erste, dass man halt offen sprechen muss und dann wirklich einfach auch klar machen muss. Also nichts, was wir jetzt besprechen und was wir ausmachen, ist willkürlich. Und es geht nicht darum, dich einzuschränken. Und es geht nicht darum, deine Brillanz und deine, deine wahnsinnige Intelligenz, dass du das Regelwerk so gut durchschauen kannst, dass du dir da deine Exploits raussuchen kannst und so irgendwie das zu mindern. Sondern es geht wirklich darum, dass es halt ein in sich, ja in sich geschlossenes, in sich kohärentes System und und und eine Welt darstellen soll, in denen die anderen Spieler vielleicht auch noch irgendwie sich einbringen können, auch wenn sie jetzt nicht so viel Freude dran haben oder vielleicht nicht so fähig sind, irgendwie so die einzelnen Exploits rauszusuchen. Das zweite ist, dass du als Spieler, natürlich Spielleiter natürlich immer Möglichkeiten hast, irgendwie auch den Powergamer so ein bisschen halt runter zu nehmen. Ob es jetzt man nimmt ihnen das Equipment weg oder man erschafft Monster, die immun sind gegen bestimmte Effekte, aber halt dann nicht gegen was andere Spieler bringen können. Also als Spieler, da hat man schon immer noch sehr, sehr sehr sehr viele Möglichkeiten, auch gegen einen extrem gemaxten Charakter. In der Regel irgendwas zu machen.
00:14:57: Oliver: da kommen wir gleich auch zum nächsten Spielertypen, der ähnlich verwandt ist, und zwar hier. Auf Deutsch übersetzt ist es die Kampfsau. Und die Motivation dieses Spielers ist tatsächlich eigentlich jetzt nicht zwingend, sein Charakter auf Kampf zu maximieren. Das kommt vielleicht so ein bisschen als als Nebeneffekt mit, aber die Kampfsau definiert sich dadurch, dass sie eigentlich sämtliche Konflikte am Tisch am liebsten mit Kampf löst und auch am meisten Spaß hat an diesem Subsystem genannt dem Kampf am Tisch. Ich meine, Rollenspiele kommen ja traditionell eigentlich auch aus dem Wargaming heraus. Das heißt gerade wir, wir älteren Säcke im Spiel, die so aufgewachsen sind mit, ich nenne es mal um Kampfsystem herum erweiterten Rollenspielregeln, wissen natürlich, dass das ein sehr, sehr starke Komponente sein kann. Und diese Spieler haben eben eine sehr, sehr hohen Spaß daran, Kämpfe durchzuspielen, diese auch zu gewinnen und fordern das auch förmlich heraus und und sind auch gelangweilt, wenn sie keinen Kampf am Tisch erleben, sozusagen. Hast du schon mal mit einer Kampfsau zu tun gehabt?
00:16:05: David: Also nicht in der Reinform. Und das liegt sicherlich daran, wie ich spiele. Und Kämpfer spielen eine Rolle und ich mag auch taktische Kämpfe, aber ich war immer in unserem Spiel. Sessions war ich, glaube ich, immer derjenige, Also wenn wir gespielt haben, ich gespielt habe und wir dann zum Beispiel einen sehr, sehr kampflastiges Rollenspiel gespielt haben, wie zum Beispiel D&D 4, hatte ich immer den Eindruck, dass mir das mehr Spaß macht als den Spielern. Und da bin ich dann vielleicht als Spielleiter vielleicht eher die Kampfsau gewesen als als den Spielern. Und ich hatte auch nie den Eindruck, dass ein Spieler oder Teile meiner Spielerschaft irgendwie vor allem eben jetzt den Fokus auf den Kampf oder Konflikte vor allem über den Kampf lösen. Also ich glaube, das hat sich, das hat das war immer, wie ich gefühlt hatte zumindest angemessen der der Situation.
00:16:52: Oliver: Also ich habe tatsächlich viel Erfahrung mit Kampfsäuen Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, was ich gespielt habe. Also Cyberpunk damals auch dann unser eigenes System grandios hergestellt und das fokussierte sich massiv auf den Kampf. Ich hatte jede Waffe, hatte ihren eigenen Charakterbogen und anstelle also auf seinen Charakterbogen eine Waffe einzutragen, hat man also seinen Charakterbogen auf die Waffe eingetragen, weil irgendwie. Jede Waffe hatte sechs und zwanzig verschiedene Eigenschaften, die die modifiziert und gemacht haben. Und bei manchen Systemen würde ich sagen, es ist auch so, dass die Charaktere erst im Kampf so richtig zur Geltung kommen. Also gerade jetzt in meiner aktuellen D&D Runde, wo ich mitspiele, da gab es dann auch eine Äußerung so, der Spielleiter hat uns genug XP gegeben, um ins dritte Level aufzusteigen, aber ein Spieler sagte Nee, nee, nee, das will ich nicht. Wir haben noch gar keinen Kampf auf zweiter Stufe gemacht. So also wirklich ein eine ganz klare Motivation. Ich möchte meinen Spieler, meine Spielfigur in diesen Kämpfen, die ja dann definiert wird, durch die Aktion nicht machen kann durch die Spells und was weiß ich erleben. Und das ist so die Motivation im Rollenspiel halt auch meine Figur dort mit solchen Mechaniken zu erleben. Und ich muss sagen, deshalb kann ich da ganz gut zu relaxen und man muss halt am Ende als Spielleiter im Prinzip dafür sorgen, dass diese Spieler ihre Momente kriegen, dass sie auch genug Futter kriegen am Tisch, weil das Schlimmste ist, wenn die dann halt anfangen Kämpfe zu provozieren, nur das Kampfeswillen und der Rest der Spieler dann darunter leidet, die vielleicht lieber einen diplomatischen Weg gehen würden. Also ich glaube, das ist das Risiko, wenn du genug alle nur Kampfsau sind und kaum warten können bis jetzt, bis der erste Schuss fällt. Prima. Wenn du aber einen Mix an Spielermotivation hast und da eben auch Leute dabei sind, die keine oder nicht so viel Spaß aus diesen Kämpfen tragen, dann musst du wirklich schauen, dass du das gut dosierst und entsprechend halt dann das Highlight bietest, aber gleichzeitig den Raum schafft für die anderen, die nicht kämpfen wollen.
00:18:55: Oliver: Dann kommen wir zum Dritten Typ. Auch der ist eigentlich dann eine Erweiterung davon. der Taktiker. Das ist also der, der tatsächlich dann das taktische Subsystem des Spiels mag, der also in der Welt versucht, immer die Logik zu finden, der also immer versucht, auch mithilfe von Logik und mit Kombinationsgabe alles zu lösen. Das kann. Das bezieht sich jetzt nicht rein auf den Kampf, sondern es bezieht sich auch daraus, soziale Begegnungen entsprechend zu nutzen. Man könnte fast sagen der Intrigant also, der praktisch die Puppen tanzen lässt, aber genauso eben auch im Kampf im Subsystem Kampf sehr viel Spaß daran hat, Schach mit schön angemalten Figuren zu spielen und daraus also eigentlich so ein Brettspiel. Dann an der Stelle Taktiker D&D vier E. Das kennst du aber, oder?
00:19:54: David: Ja, klar. Also ich. Ich würde es tatsächlich wirklich, wie du auch schon gemacht hast, also so ein bisschen abstrahieren von dem konkreten Kampf, sondern ich. Also es geht, glaube ich, wirklich diesen Leuten, diesen Taktikern um Problemlösung. Also das. Finden Sie das? Das finden Sie das Spannende, dass sie mit Herausforderungen konfrontiert werden, die sich durch Logik, durch Deduktion, durch Nachdenken, durch brillante Ideen, durch gutes Planen Halt lösen lassen und idealerweise, bevor irgendwas wirklich Spannendes passiert. Ich habe das mal irgendwie so für mich mal irgendwie in einer Diskussion mit einem anderen Spieler zusammengefasst, dass diese Art von Spielern am liebsten hätten, dass gar nichts passiert, weil sie alles vorher schon geplant haben. Und ich glaube, so ein bisschen was haben wir das alle, zumindest die so ein bisschen, ähm ja, so in dieser Frühphase von denen, die uns Frühphase des Rollenspiels, das noch sehr, sehr viel Wert auf diese einzelnen Challenges Herausforderungen so ein bisschen aufgebaut hat. Also auch mit diesen Ingame rätseln und puzzeln. Also hier findest du irgendwas und dann findest du im anderen Raum das dann schon was anderes und das muss man kombinieren, um im dritten Raum dann die Tür aufzumachen. Nee, das ist ja so ganz klassisch und ich glaube, das haben wir alle so ein bisschen noch drin und mir macht das auch sehr viel Spaß. Also mir persönlich als Spieler. Aber so ganz reinrassige jemand, der so vor allem darauf abfährt. Das habe ich tatsächlich auch schon lange nicht mehr erlebt. Und ich glaube, also wirst du jetzt wahrscheinlich auch noch was dazu sagen. Ich glaube, es ist auch sehr einfach, die Taktiker, zumindest die, die ich in Real life erlebt habe, die zufriedenzustellen, wenn sie halt ab und zu mal so ein Problem lösen können, ohne dass es zu einem Konflikt oder ohne dass es zu einer großartigen Dramatik kommt, sondern wirklich einfach sagen können so, ich habe alles perfekt geplant und ja, wir sind da so smooth sailing einfach durch dieses Problem, durch meine Planung halt hindurchgesegelt.
00:21:48: Oliver: Ja, ich glaube, das mit dem Plan, das trifft es sehr, sehr gut. Die große Gefahr beim Planer ist, dass er die gesamte Gruppe einschläfert, weil er immer wieder einen Grund hat zu sagen Ja, aber wir haben ja noch gar nicht daran gedacht, noch nicht daran gedacht und immer wieder auch Leute dann in Diskussionen verwickelt und das dann auch. Also das habe ich tatsächlich am Tisch schon häufig erlebt, dass die der oder die Planer dafür gesorgt haben, dass immer wieder Details und Annahmen gewälzt und ich sag mal tatsächlich versucht wurde, die beste Taktik zu finden und das dann verhindert hat, dass tatsächlich was passiert ist am Spieltisch. Und wir hatten auch immer die Diskussion bei unseren Cyberpunkspielen Ja, wozu planen wir überhaupt? Am Ende müssen wir eh rausschießen aus der Geschichte. Also sorge dafür, dass das, was die Spieler planen, auch wirklich klappt. Und gib ihnen nicht das Gefühl, an alles denken zu müssen, sondern bestätige, wenn sie etwas planen, sehr früh. Schön, dass du daran gedacht hast. Super, dass du in die Richtung. Du suchst also nach bestechlichen Personal. Hier ist eine Liste. Das sind die Leute, die sich bestechen lassen. Okay, du hast ein Sicherheitssystem oder sonst was gedacht. Wunderbar. Hier ist die Bestätigung für dich. Du hast einen Vorteil, dich so zu bewegen, dass die Kamerawinkel dich nicht erfassen. Weil das Schlimmste am Plan ist ja immer diese Ungewissheit. Und da kann man aus meiner Sicht als Spielleiter auch mal gerne aus rausgehen auf die Metaebene und sagen Hey, pass mal auf. Ist ja schön, dass ihr an solche vielen Wenns und Abers nachdenkt, aber ich glaube nicht, dass die Organisation, gegen die ihr vorgeht, so ausgeflippt sind, dass sie keine Ahnung. Biologische Kampfstoffe in ihren eigenen Räumen frei lassen, so dass ihr also darüber nachdenken müssten, dann mal nen HazMat Suit anzufassen, um überhaupt dort reinzugehen. Weil wir reden hier von der kleinen Straßengang, die Autoradios knackt. Also jetzt mal nur als extremes Beispiel. Also ich habe gelernt, am Anfang habe ich das nicht gemacht, weil ich dachte ja, lass die doch mal und jedes Detail. Und meine Spieler haben dann auch so das Gefühl entwickelt Oh Gott. Bloß nicht an so viele Details denken, sonst kriegen wir den ja auf Ideen. So ungefähr. Aber es ist den Planer kann man eigentlich damit kriegen, dass man erlaubt zu planen und ihn damit belohnt, dass seine Planung zählt. Und das in einem schnellen Pacing. Also nicht zu lange strecken und zu lange in Unsicherheit wähnen, sondern wirklich, wenn er gute Dinge anpackt beim Planen, die sofort zu belohnen, um damit diesen Fortschritt und die Unsicherheit zu beseitigen. Das ist, finde ich, ein ganz gutes Instrument, um hier diesen Taktikern ein Angebot zu machen, an meinem Tisch mitzuspielen und gleichzeitig sie gut in die Gruppe zu integrieren, um eben diese Gefahr zu verhindern, dass sie das ganze Spiel zu lange pausieren und andere dann anfangen, am Handy zu scrollen oder wegzudösen.
00:24:36: Oliver: Dann kommen wir zum vierten Typ aus Robin D. Laws Buch und das ist der Spezialist. Und damit meint er jemanden, der egal wann und wo in welchem Spielsystem immer das Gleiche spielt, immer den gleichen Charakter Hattest du schon mal einen Spezialisten in einer deiner Runden?
00:24:53: David: Ja, sehr schön. Ja, genau. Und so so, es gibt natürlich auch so dieses dieses, dieses klassische ja immer der Edge Lord irgendwie, der den finsteren Weisen, der niemandem vertraut, der sich keinem anvertraut und der immer irgendwie so sein eigenes Ding macht und keine Freunde hat und so also gibt es ja schon so Spezialisten. Und ich will jetzt auch gar nicht sagen, dass ich die in mir selbst nicht auch ein bisschen drin? Habe so diese Spezialisten Eigenschaft. Aber ganz grundsätzlich würde ich sagen, das ist vielleicht das, was ich noch am wenigsten wahrgenommen habe. Ich habe so einen lieben Freund, der sehr, sehr gerne Kämpfer spielt, was unter anderem damit zu tun zu tun hat, dass Kämpfer in den meisten Regelsystemen, die wir spielen, relativ einfach zu spielen sind und dass sie als schöne Basisregeln haben, dass sie immer klar raus sind und das das ist sicherlich einer der Gründe, warum das so ist. Und ansonsten würde ich jetzt nicht sagen, dass es so ganz, ganz klare Spezialisten sind wie so eine Spielerin spielt immer das oder ein Spieler spielt immer so diesen diesen Typ.
00:25:57: Oliver: Ich würde sagen, sehe es ähnlich. Ich würde behaupten, in einer unserer Fantasy Runden hatten wir einen Spezialisten, der sehr, sehr gerne Rogues gespielt hat, also auch gern so ist, aber auch mit dem Aspekt des Damage Dealers, aber auch so eben diese Sneaky, wo auch sehr stark der Fokus auf dieses Mechanische lag. Ja, also das wäre jetzt so ein Beispiel. Das würde ich dann schon als Spezialist so bezeichnen und deshalb wäre da natürlich ganz klar für mich der Punkt Wenn jemand so aus so einer speziellen Rolle seinen Spaß schöpft, dann muss ich als Spielleiter eigentlich auch schauen, wie ich meine Geschichte so modifizieren, dass der das auch einsetzen kann. Weil das Schlimmste, was diesen Spielern passieren kann, ist, dass sie einfach überhaupt nicht zum Tragen kommen, weil sie so fokussiert sind auf dieses eine Ding. Und wenn es dann halt niemand gibt zum Verführen oder niemand gibt zum Meucheln aus den Schatten heraus, ist es für die super langweilig. Also muss ich mir als Spielleiter einfach auch weil ich finde Spezialisten, das ist ja nichts Verkehrtes. Also ich will das nicht wissen. Ich will nicht sagen ja warum soll jeder so spielen wie er will, sondern ich sehe es eher dann in meiner Verantwortung als Spielleiter, der das zu erkennen, zu verstehen und dann eben Szenen zu schaffen, wo der Spezialist glänzen kann, weil er meistens dann auch zufrieden ist und dann auch den anderen ihre Highlights gibt. Nervig wird es nur, wenn er dann versucht, seine Spezialität immer und immer wieder rauszupicken und dann zum Gropper wird. Das ist dann sozusagen das Dilemma. Aber alles andere am Spezialisten ist eigentlich sehr, sehr schön, weil man dann relativ gut auch weiß Mensch, was muss ich an Geschichte bringen, was muss ich an Faktoren ins Spiel einbringen, damit dieser Spieler glücklich wird?
00:27:38: David: Und ich meine, das ist ein ganz wichtiger Punkt, was du gerade gesagt hast. Und das trifft für alle von diesen Typen zu, dass wir nicht da sind, um die umzuerziehen oder sowas, sondern wenn wir die am Spieltisch haben wollen, aus welchen Gründen auch immer, ob wir befreundet sind. Man findet sonst keine Spieler oder was einfach schön ist, mit den Leuten zu spielen oder aus welchen Gründen auch immer und die sich auch wohlfühlen in der Gruppe. Dann muss man halt einen Weg finden, wie man das alles halt so ein bisschen zusammenbringt.
00:28:01: Oliver: Definitiv. Darum geht es also. Es ist. Spielertypen. Kennen heißt nicht, sie zu verhindern, sondern eben aktiv als Spielleiter auf sie zuzugehen und ihnen ein Angebot zu machen. In meiner Runde mitzuspielen, darum geht es hier.
00:28:17: Oliver: Dann kommen wir zum nächsten. Wer richtig mitgezählt hat, wird jetzt schon die fünf hier stehen sehen. Und das ist tatsächlich der Schauspieler. Ich glaube, das ist ein Spielertyp. David, der uns beiden glaube ich auch sehr gelegen kommt. Und den Schauspieler zeichnet eben aus, dass dieser Mensch am Spieltisch besonders gerne seine Figur ausdrückt. Ja, in Sprache, in Habitus, in Verhaltensweisen, also wirklich auch am Tisch schauspielert. Method Actor ist, glaube ich, der englische Originaltitel in Robin Law's Buch. Und tatsächlich ist das was, was ich am Tisch häufig auch in eurer Runde erlebe. Also wie gesagt, der bekannte einäugige Greis mit seinem Baumstamm, der da fast körperlich vor einem aufersteht, sei da nur so ein Beispiel. Und ich glaube, der Schauspieler in der Runde braucht halt eine Bühne. Der der muss sich dann auch ausspielen können, was ich sag jetzt mal in einem Extremfall dazu führt, dass er andere langweilt, weil er ihnen Zeit stiehlt und im schlimmsten Falle schlechtes Method Acting macht und den Fokus Scheinwerferlicht auf sich bringt, aber in einem guten Falle und wenn man eben auch mit ihm umzugehen weiß. Tatsächlich auch das Spiel sehr stark tragen und nach vorne bringen kann.
00:29:38: David: Ich würde schon sagen. Also, wenn ich. Wenn ich zwei rausnehmen würde aus dieser Liste, wo ich mich am ehesten finde, ist wahrscheinlich schon Platz eins. Der Schauspieler Über den zweiten können wir gleich noch mal sprechen. Ähm, ja. Also ich sehe, ich sehe ein hundert Prozent genau das, was du beschreibst. Zum einen, was ihn ausmacht, zum anderen, was so die Stärken sind. Nämlich einfach halt wirklich sehr viel Lebendigkeit vielleicht ins Spiel reinzubringen. Meistens sehr viel Enthusiasmus. Also diese Leute sind in der Regel sehr, sehr outgoing oder zumindest halt im Rollenspiel outgoing und sehr schaffen es hoffentlich dann auch so ein bisschen die anderen Spieler so ein bisschen mitzuziehen, wenn sie da Lust drauf haben und machen ja auch ganz oft dann auch so, dass sie andere Spieler dann halt auch in Character ansprechen und anspielen. Das ist auch oft so was, was ich sehe bei Leuten, die so eher so diesen Schauspieler Typ haben und ich würde sagen, dass die meisten Spielerinnen und Spieler in meinen Gruppen schon einen sehr starken Schauspieleraspekt haben. Also wenn ich, wenn ich als Haupt dann zumindest als Zweit oder Drittcharakterzug, würde ich das schon so sagen. Und ich habe da sehr, sehr viel Freude dran, sowohl als Spieler als auch als Spielleiter. Und für mich ist es ganz, ganz wunderbar, sowohl als Spieler als auch als Spielleiter einfach da zu sitzen und einfach Charakterspiel zu machen und einfach wir haben immer das. Ich habe das schon mehrfach gemacht, jetzt hier im Podcast und wir haben das gemeinsam auch schon ausgespielt. Einfach so, diese Interaktion meines Delta Green Charakters, Deputy Marshall Pope, die Interaktion mit seiner Frau zum Beispiel. Die Frau wurde dann von dir gespielt als NPC und das macht mir einfach sehr sehr viel Spaß da. Ich brauche da keinen Action. Ich brauche da keine größere Story, sondern einfach nur zu beschreiben, wie die beiden in einem Cafe sitzen und sich über den Prozess der Adoption ihres äthiopischen Waisenkindes zu unterhalten. Das finde ich einfach eine großartige, großartige Szene. Und das soll natürlich auch nicht alles dominieren, aber ich brauche da gar nicht so viel mehr. Und ich kann dann beschreiben, wie der Charakter so Emotionen und Motive und wie sich so sein. Seine Gesichtsmimik und seine Gestik verändert usw sowas. Dafür mache ich eigentlich Rollenspiel und wie gesagt meine Meinung. Die meisten meiner Spieler haben das auch so ein bisschen drin und du als Spielleiter machst das natürlich auch ganz, ganz bewusst und sehr intensiv.
00:31:55: Oliver: Also ich glaube, um einen Schauspieler dann auch am Tisch entgegen zu kommen, gibt es den Selbstläufer. Also das Beste, was dir passieren kann ist, dass du eben mehrere Spieler hast am Tisch, die sich dann gegenseitig anspielen und man sich zurücklehnen kann. Und das funktioniert finde ich, Ist natürlich der Lazy DM Version. Falls das nicht der Fall ist, kann man halt dem Schauspieler sehr gut entgegenkommen, indem man ihn anspielt. Du hast eben beschrieben diese Szene zwischen deinem Charakter und seiner Frau, wo ich dann den NSC der Frau verkörpere. Das meine ich damit anspielen, also dass mich als Spielleiter eben dann ein Angebot mache, eben auch so eine Spieler Spielszene auszuspielen und dann auch zurück schauspielere, um dann so eine, so eine kleine Bühne zu schaffen. Ich glaube, als Spielleiter ist es da ganz, ganz wichtig, ein Gefühl zu haben, für das Pacing, also immer so auch das Auge aufs Publikum zu haben. Weil das Schlimmste ist, wenn der Spielleiter und der eine Schauspieler am Tisch sich ergötzen in ewigen Rezitationen von Shakespeare Dramen und am Ende gehen alle anderen heim und haben überhaupt nicht gehandelt. Das gilt sowohl für die, wo der Spielleiter den Schauspieler anspielt und die beiden zusammenspielen. Genauso aber auch, wenn der Schauspieler mit einem anderen Schauspieler am Tisch interagiert. Sobald man dann Leute hat, die nicht in diese Szene involviert sind, ist es die Aufgabe des Spielleiters auf die anderen ein Auge zu halten und dann gegebenenfalls dieses Spielszenen halt zu framen, zu vielleicht zu beenden, Da gibt es ja verschiedene Techniken. Schon mal bei der Folge mit Filmtechnik, wo man dann auch einen Schnitt machen kann und dann erst mal andere wieder und dann wieder zurück zu der Szene mit den Schauspielern gehen kann. Also ich glaube, wenn man diese beiden Grundregeln beachtet, also eine Bühne geben, im Zweifel eben, wenn du keine weiteren Schauspieler am Tisch hast, eben selber anspielen als Spielleiter und immer dieses Pacing und das Publikum im Auge zu behalten, um dann weiterzumachen, wenn eben das Ganze die Gruppe gerne fortschreiten würde. Ich glaube, dann hat man mit dem Schauspielern wirklich wertiges Asset am Tisch und gibt auch dem Schauspieler genug Angebot, um an den Tisch zu kommen und sich dort auszuleben.
00:34:04: Oliver: Dann haben wir jetzt Nummer sechs. Nummer sechs ist der Geschichtenerzähler. Und das ist praktisch der Typ Spieler, der wegen der Story kommt, der also wirklich an den Tisch setzt, um Teil eines Romans, eines Films zu sein. Ja, das ist jetzt hier nicht zwingend so, dass er sich gerne in die Eisenbahn setzt und dann nur die große Bustour im Prinzip bekommt vom Spielleiter, sondern er möchte die Story natürlich schon aktiv mitgestalten und hat Spaß daran. Aber grundsätzlich geht es ihm eben um die Geschichte am Spieltisch. Und die größte Motivation, die man eben hier als Spielleiter bieten kann, ist eben eine gute Geschichte. Ein nachvollziehbarer Plot mit verschiedenen Elementen, die auch überraschend sein können, die in verschiedene Richtungen gehen können, aber nach wie vor halt eine gewisse Geschichte sich auch herauskristallisiert. Also es gibt ja Rollenspiele. Der klassische Hexcrawl. Ich gehe mal da hin, ich gehe mal da hin. Ist er, schlage ich den, dann suche ich dort den Schatz. Auch daraus kann ich eine Geschichte ergeben. Aber der Geschichtenerzähler selbst, der will, der sucht immer das, was dahinter ist. Warum es denn da ist der Troll, den ich erschlagen hat. Und hat er vielleicht was zu tun mit den Schatz, der im anderen Hex war? Und warum ist denn das so und so? Und ich glaube, den Geschichtenerzähler kann man halt wirklich dadurch motivieren, dass man halt auch in seinem Spiel Geschichten unterbringt und versteckt, die er entdecken kann, die er leben kann und die das Ganze nach vorne bringen. Also das vielleicht so dazu. Ich glaube auch dazu David, haben wir wahrscheinlich einen recht starken Bezug. Beide.
00:35:40: David: Ja, ich denke auch. Und ich würde auch sagen, dass so mein. Wenn ich Schauspieler im Haupt im Haupthoroskop bin, dann ist vielleicht Geschichtenerzähler mein Aszendent, wenn ich das jetzt richtig verwendet, diesen Begriff. Ähm, ja, würde ich schon sagen. Und das ist bei uns beiden denke ich sehr stark ausgeprägt. Sowohl als Spieler als auch Spielleiter. Und ich hatte mit Robin, der auch schon im Podcast war, mal eine kurze Diskussion darüber. ob man wirklich auf Geschichtenerzähler. So ein schönes Storyteller. Ob das wirklich so ein guter Begriff ist oder ob es nicht eher so als Spielleiter so ein Story enabler sein soll. Also das ist ja nicht unser Job, ist irgendwie die Geschichte zu erzählen, sondern die Geschichte zu ermöglichen. Und ich glaube, das ist was, wo man als Spielleiter einfach wahnsinnig gut auf den Geschichtenerzähler zurückgreifen kann, weil die in der Regel auch sehr, sehr viel Gedanken haben, wie Storylines sich aus den Charakteren selbst entwickeln können und ob die jetzt selbst eine ausgefuchste Hintergrundgeschichte haben, ob die Ideen haben, was ihr Charakter macht und eigene Motivation mit einbringt, eben um zusätzliche Geschichten einzubringen und dann auch so eine eigene Kampagnengeschichte einfach mit mit zu treiben und das eben halt nicht nur alles vorgesetzt zu bekommen vom Spielleiter und sich einfach da so ein bisschen durchtreiben und die Bustour zu bekommen, wie das so schön gesagt hast. Und ich glaube, da kann man als Spieler da wahnsinnig gut zurückgreifen auf die Lust der Geschichtenerzähler eben daran, eine schöne Geschichte zu entwickeln. Gemeinsam.
00:37:05: Oliver: Da habe ich auch einen fantastischen Tipp für den Lazy DM, den ich schon sehr häufig selbst angefangen habe. Du hast nämlich was Wichtiges gesagt, dass sich der Geschichtenerzähler selbst auch viel Gedanken um die Geschichte macht. Und jetzt ist es so Ich meine ja, das eine ist Kaufabenteuer, da kann man das Glück haben, wie zum Beispiel, dass man ein ganz tolles Degenesis Kaufabenteuer, wie wir gelernt haben, bekommt, wo wirklich eine ganz tolle elaborierte Geschichte drin ist. Aber man kann auch einfach Pech haben und Nocturnum bekommen. So, und jetzt ist nicht jeder Spielleiter automatisch immer zu jeder Zeit der perfekte Storyteller. Man bedient sich ja eh meistens irgendwelcher Tropen, so wie sich Star War's ja auch uralten Geschichten und Heldenerzählungen bedient und halt ein paar Laser draufgeschraubt hat. Gleichzeitig kann halt eben auch dieser Geschichtenerzähler eine fantastische Quelle für Geschichten sein. Also ich habe das in meiner Spieler Spielleiterkarriere mehr als einmal gemacht, dass ich darauf gehört habe, was sich die Geschichtenerzähler am Tisch ausgedacht haben und sagen Oh, ich wette, das ist so und so und ich war völlig blank. Ich hatte keine Ahnung, warum es so ist. Und dann habe ich das, was die am Tisch ausgetüftelt haben, genommen. On the fly in die Geschichte eingebaut und daraus dann die Geschichte gemacht und den zufrieden gestellt. Das war so, wie ich es Oh, wie krass, dass das passiert ist. Und eigentlich haben die ihre eigene Geschichte auf der Metaebene dadurch geschaffen. Also der, der der Geschichtenerzähler ist tatsächlich auch für den Leser. DM Eine super Quelle, um diese Ebene des Geschichtenerzählens ins Spiel zu bekommen. Selbst wenn ich selbst überhaupt nicht weiß, wo es gerade hingeht. Also keine Panik vor dem Geschichtenerzähler. Keiner muss ein Tolkien sein. Wobei Tolkien kein gutes Beispiel. Ich finde die Geschichten eigentlich so langweilig. Hat noch nie Herr der Ringe fertig lesen können, weil es mich so gelangweilt hat. Aber nehmen wir es mal so
00:38:52: David: Jetzt gibt es ganz, ganz böse Fanmeile.
00:38:54: Oliver: Oh,
00:38:54: David: Olli.
00:38:55: Oliver: wahrscheinlich. Aber nehmen wir es mal so allgemein anerkannt auf Basis des finanziellen Erfolges. Gute Geschichtenerzähler, wie zum Beispiel jetzt. Game of Thrones oder ähnliches. Das muss. Du musst kein Game of Thrones Autor sein. Ich weiß noch nicht mal den Namen. Guck mal, was für ein Banause hier bin, was diesen Fantasy Kram angeht. Aber du musst kein perfekter Autor sein, um auch den Geschichtenerzähler am Tisch ein gutes Angebot machen zu können, sondern da ist eben auch der Trick Hör zu. Was der sich so denkt und wie er denkt, wie es sein könnte. Nimm dann auch gerne diese Ideen auf und lass es dann so sein oder benutz die als Sprungbrett um dann noch einen drauf zu legen. Dann noch mal eine Kurve mehr links abzubiegen und zack hast du auf einmal diese für dich noch mal eine ganz neue Wertigkeit im Spiel, in deiner eigenen Geschichte geschaffen, ohne dass du es vorher wusstest. Und du stellst diesen Art Spieler zufrieden. Und das Schöne ist am Geschichtenerzähler für alle anderen ist es nur ein Bonus. Das heißt es nervt keinen, wenn wenn der Taktiker einen guten Plan machen konnte, wenn die Kampfsau einen guten finalen Endboss besiegen konnte, wenn der Powergamer dort den entscheidenden Overkill geleistet hat, Wenn der Spezialist in dem Moment mit dem, was er kann, die passende, sozusagen das Setting passend bestimmt hat. Keinen davon wird es nerven, wenn das Ganze dann auch noch zusätzlich eine gute Geschichte ist. Also deshalb ist eigentlich auch der Geschichtenerzähler aus meiner Sicht einer der dankbarsten Spielertypen am Tisch. Und wie gesagt, ich wiederhole es noch einmal Mein super Tipp Exploited die, um eure eventuell eigene Ideenlosigkeit aufzuwerten.
00:40:41: Oliver: Dann kommen wir jetzt auch schon zu Nummer sieben und dem letzten Spielertyp, den wir heute besprechen wollen. Und das ist tatsächlich der Gelegenheitsspieler. Das ist also die Person, die zu uns an den Tisch kommt. Eigentlich völlig Rollenspiel, Rollenspiel, Rollenspiel. Ja, völlig egal ob D&D oder sonst was. Ich komme, weil da sind Leute, die ich mag. Ich finde es immer schön, dass es was Leckeres zu essen gibt, dass wir zusammensitzen, gemeinsam Zeit verbringen. Das ist meine Motivation. Ob ich heute einen Zauberer in D&D spiele oder morgen einen Gunslinger in Shadowrun und übermorgen einen Dieb in Blades in the Dark ist völlig egal, Hauptsache ich bin mit meinen Freunden zusammen. Der Nachteil an den Casual Spielern ist dann immer so ein bisschen, dass aus meiner Sicht das Commitment zum Spiel an sich, also auch diese Story dann zu verstehen, sich Namen zu merken oder sowas eher gering ist. Und auch das Commitment in Zeit und Gelegenheitsspieler sind dann auch gerne müde oder müssen dann irgendwie das Kind ins Bett bringen und beenden dann halt die Session, Wenn es ihnen passt und nicht erst, wenn es der Gruppe passt. Das können so Nachteile des Gelegenheitsspielers sein. Ansonsten hat der Gelegenheitsspieler natürlich den Vorteil, dass er emotional an die Person gebunden ist, die dort sind, deshalb auch sehr gerne kommt und und Lust drauf hat, dabei zu sein und dann auch wenn er dabei ist, mit Sicherheit auch alleine rein menschlich immer eine Bereicherung ist. Aber es ist natürlich keine Konstante, auf die man als Spielleiter auch so bauen kann, um dann aktiv eine Story weiterzubringen. Fast ist es eher wie so ein On Off NSC, der mal von dir als Spielleiter gespielt oder mal eben von einem Spieler dann übernommen wird für eine kurze Zeit als tatsächlich so ein fester Bestandteil der Gruppe. Oft ja, das ist. Das ist wie ich so Gelegenheitsspieler erlebt habe und das tatsächlich schon recht häufig eigentlich und auch ehrlich gesagt, je älter man wird und je mehr Verpflichtungen im Leben man hat, auch sehr wahrscheinlich, dass man irgendwann früher oder später eine große Anzahl von Gelegenheitsspielern in seinem Spielerpool hat.
00:42:47: David: Also ich glaube, wenn nicht ein Großteil der Gruppe aus Gelegenheitsspielern besteht und man aber nicht nur Gelegenheitsspieler spielen möchte, also nicht nur so ein Bier und Brezel, man setzt sich zusammen und dann guckt man einfach mal, was sich so ergibt, sondern wenn man wirklich eine ernsthafte Anführungszeichen Kampagne spielen möchte, am besten auch noch wirklich ein bisschen länger und dann wirklich. Also mit mit dem, mit dem Ernst, den die anderen Spielertypen von einem verlangen und man selbst als Spieler, der ja in der Regel auch hat. Wenn dann die Großteil der Gruppe aus Gelegenheitsspielern besteht, dann hat man glaube ich nicht so viel Spaß. Ansonsten wenn man so einen oder zwei in der Gruppe hat, dann ist das eigentlich glaube ich damit am einfachsten mit diesen Leuten umzugehen, weil sie sind ja schon froh, wenn sie einfach da sein können und Zeit miteinander verbringen. Und ich finde, das ist immer sehr schön. Ich glaube, was da wichtig ist man darf sie zum einen nicht versuchen wollen zu erziehen oder irgendwie in irgendwas reinzudrücken, was sie machen sollen, was sie eigentlich nicht so richtig Lust haben. So, hier ich gebe dir jetzt mal ein Charakter, wo du dich mal so richtig ausleben kannst oder wo du mal so richtig zeigen kannst, was in dir steckt. So, das wollen die ja gar nicht. Und wenn sie das von sich selbst aus fragen, okay. Aber ich glaube, alle versuchen so ein bisschen jemanden zu erziehen. Funktioniert nicht. Das habe ich einfach auch selbst einfach erleben müssen. Aus aus früheren Erfahrungen, wo ich da so ein bisschen versucht habe und das funktioniert in der Regel nicht so gut. Und ich glaube, wie man damit mit solchen Gelegenheitsspielern sehr, sehr gut umgehen kann, wenn man einfach sagt, es ist super cool, wenn sie dabei sind, einfach weil sie eine schöne Addition sind für die Stimmung in der Gruppe, weil sie oft ja auch schöne Momente einbringen ins Rollenspiel. Wenn sie dann so richtig dabei sind und richtig tief imersiv und Lust haben, dabei zu sein. Aber man muss sie eher so ein bisschen als Bonus betrachten. Schön, wenn Sie dabei sind, aber wir richten jetzt zum Beispiel keinen Spieltermin aus, nur weil der oder kein Spieltermin fällt aus, nur weil der Gelegenheitsspieler jetzt gerade halt an dem Tag keine Zeit hat. Das wäre so. Eine Möglichkeit, wie man diesen Bonus Charakter so ein bisschen sieht und was der eine Punkt, den du genannt hast mit Regelkenntnis. Und vielleicht wissen die Gelegenheitsspieler einfach nicht mehr, was so passiert ist. Das letzte Mal können sich keine Namen merken usw oder sowas. Was ich da ganz hilfreich finde Wenn man in der Gruppe der Spieler und Spielerinnen dann vielleicht jemanden hat, der so ein bisschen Code im sein kann, der den Spieler, der den, der den Gelegenheitsspieler so ein bisschen an der Hand nimmt zwischendurch und sagt so, hier, das ist das jetzt musst du auf diese Fähigkeit würfeln und probiere doch mal, hier und da hast du diese Fähigkeit. Da bietet sich zum Beispiel Powergamer an, der sicherlich dieses Regeltechnische ganz, ganz gut kann. Oder dann für die Story dann eher so ein Storyteller oder sowas. Und das, dass man so einen Codex als Spielleiter vielleicht so ein bisschen der Gruppe hat, dass das nicht alles am Spielleiter hängt, der dann irgendwie erklären muss und dann noch mal zusammenfassen muss für alle anderen ist so ein bisschen unter. Ähm, also so ein bisschen auf einem unteren, niederschwelligeren Level vielleicht einfach einer von den Spielern von den anderen Spielern machen kann. Den dann so ein bisschen an der Hand zu nehmen und so ein bisschen mit durchzuziehen. Also ich glaube, das ist ein ganz guter Hinweis, was man vielleicht machen kann.
00:45:50: Oliver: Ja super. Das ist ein klasse Tipp, wie man mit Gelegenheitsspielern umgeht und die in die Gruppe integriert. Also kann ich so eins zu eins nachvollziehen.
00:46:05: Oliver: Und jetzt haben wir also alle sieben Spielertypen durch. Und deshalb noch mal hier zusammenfassend. Also es geht als Spielleiter um auf keinen Fall darum, den Spieler umzuerziehen. Ja, das zweite, was wir festgestellt haben Keiner ist meistens ein Typ in Reinform, sondern meistens so ein Mix. Und um als Spielleiter eine ausgewogene Gruppe herzustellen. Ja, im Rahmen dessen, was man als Spielleiter machen kann, ist es aber trotzdem sehr wichtig zu verstehen, was ist die primäre Motivation an den Tisch zu kommen jedes einzelnen Spielers. Und wie wir dann auch festgestellt haben, ist es eigentlich bei jedem immer so es gibt Vorteile und es gibt Nachteile, wenn das eben extrem ausgespielt wird. Und es geht darum, das zu balancieren. Also als Spielleiter, aber eben auch mit so einer Art Gruppenvertrag als gemeinsames Verständnis aller am Tisch, weil wir als Spielleiter sind ja auch nur ein Spieler eines Spiels, halt in einer anderen Rolle. Und dieser Gruppenvertrag, der sollte eben dafür sorgen, dass alle das gleiche Verständnis haben, dass jeder an diesem Tisch Spaß hat. Und wenn man dann die Motivation seiner Spieler verstanden hat, gelingt es einem glaube ich besser, diesen dieses, diese Balance zu moderieren und für jeden am Tisch. Das muss auch nicht in jeder Session immer für jeden immer das perfekte Highlight kommen. Das kann ich dann auch verteilen. Aber den größten Fehler, den ich früher gemacht habe, ist, mich auf einen besonderen Spielertyp, der mir besonders zugeneigt ist, zu konzentrieren und andere Spieler zu vergessen. Und was auch ein großer Fehler ist, ist eben dann, sich dominieren zu lassen von einem Spielertyp, weil das dann meistens auf Kosten anderer Spieler geht und die Gruppe dann auch zerfällt. Also das ist so der Preis, den man zahlt. Deshalb also hier noch mal abschließend Einfach sei das Learning genannt. Kennt die Motivation eurer Spieler, wisst, wie ihr die fördert, aber wisst, wie ihr die auch einbremst, wenn sie zu starken Anteil am Tisch nimmt und sorgt dafür, dass die Gruppe ausbalanciert ist. Und ich glaube, da haben wir jetzt genug Tipps und Tricks gegeben. Und last but not least gilt natürlich die Regel Werde nicht der Tatscher, bitte werdet nicht der Tatscher.
00:48:14: David: Also ich glaube, dem können wir uns alle anschließen. Also sowohl ich als auch alle anderen, die hier zugehört haben und diese Eingangsstory gehört haben. Aber vielleicht dazu noch ein letzter Tipp von meiner Seite. Es ist auch absolut in Ordnung, wenn man irgendwie merkt, dass es halt nicht so harmoniert und dass es zum Beispiel eine ganze Gruppe voller Powergamer gibt, inklusive die als Spielleiter. Und ihr habt total Bock auf super maximiert und super heftige Kämpfe und krasse Challenges. Und dann ist da dieser eine Schauspieler, der da im Kampf aber steht und halt darauf verzichtet hat, seinen Charakter zu maximieren, sondern irgendwie in so einer hochgerüsteten Cyberpunk Welt, wie du sie beschreibst irgendwie aus seinen alten Kampagnen, der da aber da steht eben halt in so einer Hare Krishna Klamotte und sagt ja Friede, Freude und ich bin Pazifist und das aber gern ausspielen möchte und alle anderen sind halt total drauf auf diesen Powergaming und und Kämpferaspekt, dann kann es durchaus auch okay sein, wenn man einfach sagt, sich zusammenzusetzen und einfach sagt So, für diese Kampagne passt das nicht und wir möchten aber gerne diese Kampagne so spielen und vielleicht ist es besser, wenn dann der Schauspieler an der Stelle nicht mitspielt. Das kann man ja alles offen diskutieren. Wir sind ja alles Die meisten, die uns zuhören, sind erwachsene Menschen. Und ich glaube da einfach auch offen zu sein und einfach zu sagen Ich glaube, sowohl diese eine Schauspielerperson als auch der Rest der Powergamer in dieser Gruppe, in dieser fiktiven Beispiel Gruppe wären besser dran, einfach zu sagen jetzt für diese Kampagne spielen wir halt erst mal nur unter uns Powergamern und dann in der nächsten kann man ja, machen wir das ein bisschen öfter offener und machen ein bisschen was anderes. Ich glaube, da kann man einfach auch offen drüber diskutieren, so dass alle dann so ein bisschen zufriedener sind und es nicht zu solchen seltsamen Situationen kommt, wo dann alle unzufrieden sind.
00:50:06: Oliver: Ja, sehr gut. Ich habe jetzt eine kleine Idee, die wir vielleicht jetzt locker einflechten können in unser Programm. Ich würde vorschlagen, dass wir versuchen, in den nächsten Monaten, Jahren vielleicht zu jedem Spielertyp mal ein Interviewpartner zu finden und wirklich mal aus erster Hand so ein bisschen zu erfahren Was motiviert euch? Was müssen wir als Spielleiter können? Weil jetzt haben wir viel Theorie, viel aus einem Buch und aus unserer Position als Spielleiter gesprochen, aber ich glaube, das wäre ganz nett, wenn immer mal die eine oder andere Folge in Zukunft auftaucht, wo wir uns einen Spielertyp vielleicht als Interviewpartner einladen und dann mal ganz direkt fragen, was wir denn tun können, um da am Tisch besser zu werden.
00:50:46: David: Finde ich eine klasse Idee. Oli Und ich habe auch schon jemanden im Kopf, den wir einladen kann. Ich verrate es dir nicht jetzt, aber ich weiß, wen wir als Erstes einladen werden.
00:50:54: Oliver: Sehr schön, da freue ich mich drauf. Und dann bin ich soweit am Ende. David.
00:51:00: David: Wunderbar. Danke, Oli, für diese Einführung in die sieben Spielertypen. Und ich denke, das ist ein ganz schöner, nützlicher Überblick. Ganz herzlichen Dank auch fürs Zuhören. Bei der heutigen Folge zwei WE zwölf Podcast. Die besten Spieler der Welt. Wenn euch die Folge gefallen hat wie immer abonniert uns, zählt eure Mitspieler und Mitspielerinnen von uns und meldet euch bei uns am besten über Email 2w12podcast@mail.de oder als Kommentar bei YouTube. Die lesen wir gerne und kommentieren dort auch. Sagt uns, ob ihr diese Typologie nützlich findet oder vielleicht eher nicht. Ob ihr euch schon mal Gedanken gemacht habt über die Typen in eurer Spielgruppe. Und wenn ihr euch schon mal Gedanken gemacht habt, habt ihr das Auswirkungen auf das Leiten? Und natürlich, wenn ihr andere Vorschläge Ideen habt, was wir mal durchnehmen sollen hier in dem Podcast auf unserem Weg die besten Spieler der Welt zu werden, sagt uns das bitte auch. Wir freuen uns darauf, von euch zu hören und verbleiben mit den besten Wünschen und viel Spaß beim Spielleiten. Das bin ich, der David.
00:52:02: Oliver: Und der Oliver.
Neuer Kommentar