Unsere ersten Male - Tipps für neue Spielleiter (Ep. 11)

Shownotes

Das erste Mal Spielleitung: Angst, Mut und die wichtigsten Learnings für deinen Einstieg

Wie fühlt es sich an, zum ersten Mal Spielleitung zu sein? Stressig, aufregend, einschüchternd – und im besten Fall der Beginn einer lebenslangen Leidenschaft. In dieser Episode sprechen Oliver und David offen über ihre ersten Erfahrungen als Spielleiter, über Unsicherheiten, falsche Annahmen und die Dinge, die sie heute gern früher gewusst hätten.

Ausgehend von Olivers erstem Abenteuer mit Traveller und Davids prägenden „ersten Male“-Erlebnissen beleuchten die beiden, warum Spielleitung emotional herausfordernd ist, wo unnötiger Druck entsteht und wie man ihn gezielt abbauen kann. Im Zentrum steht dabei ein klares Prinzip: Reduce the Noise. Weniger Regelstress, weniger Perfektionsanspruch, weniger Angst vor Fehlern – dafür mehr Fokus auf Atmosphäre, Zusammenarbeit und Spaß.

Die Folge liefert konkrete, praxisnahe Tipps für angehende Spielleiterinnen und Spielleiter: von Regelpriorisierung über Namenslisten, Session Zero, Spielerbeteiligung bis hin zum Mut, Kampagnen auch abbrechen zu dürfen. Eine ehrliche, ermutigende Episode für alle, die überlegen, zum ersten Mal hinter den Spielleiterschirm zu treten – oder sich daran erinnern wollen, warum sie es überhaupt tun.

Highlights & Timestamps

00:00:00 Begrüßung und Einstieg 00:01:29 Thema der Folge: Das erste Mal Spielleitung 00:04:59 Der Mythos Spielleiter: Meisterrolle, Autorität und Einschüchterung 00:07:13 Vergleichsdruck: Erfahrene Spielleiter in der eigenen Runde 00:18:16 Zentrales Prinzip: Reduce the Noise 00:19:34 Regelpriorisierung: Nicht alles wissen müssen 00:21:35 Kognitiver Stress am Tisch: Namen, Orte, Details 00:26:37 Session Zero: Spieler früh einbinden 00:31:19 Spieler zu Verbündeten machen, nicht zu Gegnern 00:35:47 Angst loslassen: Freiheit der Spieler zulassen 00:37:06 Erwartungen bewusst abbrechen 00:42:31 Zusammenfassung: Sechs zentrale Learnings für neue Spielleiter 00:47:34 Bonustipp: Notizen machen für Kontinuität 00:48:54 Regel Nummer eins: Sei lieb zu dir selbst

Wichtige Takeaways

  • Spielleitung ist emotional herausfordernd, besonders beim ersten Mal – das ist normal.
  • Reduziere unnötigen Druck: Du musst nicht alle Regeln kennen, um gut zu leiten.
  • Fokussiere dich auf die wahrscheinlich relevanten Regeln der Session.
  • Kognitiver Stress am Tisch lässt sich reduzieren: Namenslisten, Spickzettel und Notizen helfen enorm.
  • Session Zero ist ein mächtiges Werkzeug, um Spieler einzubinden und Erwartungen zu klären.
  • Spieler sind Mitgestalter, keine Gegenspieler der Spielleitung.
  • Du musst nicht die ganze Welt simulieren, sondern nur die aktuelle Szene.
  • Improvisation ist kein Notbehelf, sondern Kernkompetenz.
  • Kampagnen dürfen angepasst, pausiert oder auch abgebrochen werden.
  • Der wichtigste Grundsatz: Sei freundlich zu dir selbst als Spielleiter.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Oliver: Herzlich willkommen zum zwei W12 Podcast. Die besten Spieler der Welt wo der Oliver.

00:00:06: David: Unter David.

00:00:07: Oliver: Über alles reden, was Spielleiter interessiert, was Spielleiter voranbringt und so unsere eigene Erfahrung versuchen zu teilen. Tatsächlich die erste Folge, die wir es aufnehmen, nachdem wir diesen Podcast veröffentlicht haben. David Bis dahin war es wirklich ein reines Hobbyprojekt, was zwei unserer Freunde per WhatsApp gehört haben. Und jetzt seit ein und dreißig zwölf sind die ersten zehn Folgen online und das ist eine ganz spannende Zeit für uns.

00:00:36: David: Unbedingt total spannend zu sehen, wie viele Menschen uns da draußen zuhören. Wie viele Leute sich auch an uns gewendet haben mit Feedback und. Also ich habe vorhin gesagt, ich bin nicht komplett überwältigt, aber ich bin relativ nah dran an diesem. An diesem Gefühl. Also wir sind beide extrem erfreut über das positive Feedback und hoffen, dass wir jetzt auch in dieser zweiten Staffel. Ja. Euch viel Spaß machen, dass wir gemeinsam uns weiter bewegen auf dem Weg, die besten Spieler der Welt zu werden. Euch dabei nicht nur mitnehmen, sondern explizit einbeziehen. Und ja, ich würde sagen Olli, lass uns einsteigen in die zweite Staffel.

00:01:29: Oliver: Wie fühlt es sich denn an, das erste Mal Spiel zu leiten? Und vor allem Wie geht es einem damit, überhaupt so tief in so einem System einzusteigen? In welcher Situation befindet man sich und was könnte einem dabei helfen, diese Rolle des Spielleiters anzunehmen und zu übernehmen? Ich habe tatsächlich ganz viele Fragen zu diesem Thema bekommen von Leuten, die zum Ersten Mal spielleiten und sich echt auch so die Frage stellen. Sag mal, auf was soll ich eigentlich achtgeben? Und ich glaube, wenn wir heute einfach mal so reflektieren, wie unsere ersten Male waren und daraus ableiten, für mich zumindest, was für mir damals sehr geholfen hätte, hätte ich es damals schon gewusst, dass es so für mich das Thema dieser Folge.

00:02:15: David: Klingt sehr gut. Ist jetzt nicht so überraschend. Du hast mir ja gesagt, dass das heute das Thema sein soll. Und ich habe dann sehr stark nachgedacht und habe dann mit großem Erschrecken festgestellt Ich habe überhaupt keine Erinnerungen an mein erstes Mal Spielleiten. Vielleicht war es so traumatisch, dass ich es verdrängt habe. Das weiß ich nicht. Aber ich habe wirklich überhaupt keine Erinnerung. Ich weiß nicht mehr, was ich gespielt habe, mit wem und in welchem Kontext. Welches System, Welche Welt? Welches Abenteuer? Gar nichts. Ich habe dann aber noch ein bisschen nachgedacht und habe mir dann überlegt, was ich einfach mache ist, ich erzähle mal von so drei ersten Malen, die ich im Rollenspiel hatte, so über die im Laufe der Zeit. So einfach drei Dinge, die ich damals dann zum Ersten Mal gemacht habe und aus denen glaube ich, angehende neue Spielleiter, aber vielleicht auch Leute, die das ein bisschen länger machen, schon vielleicht noch was mitnehmen können. Ich habe jedenfalls extrem viel aus diesen drei ersten Malen mitgenommen.

00:03:16: Oliver: Ich bin sehr gespannt, was deine drei ersten Male sind und wird jetzt einfach mal damit beginnen. Von meinem ersten Mal als Spielleiter zu erzählen. Und ich will gar nicht so sehr auf das System und sowas eingehen, sondern ich finde es mal erstmal ganz wichtig, so eine Beobachtung zu teilen, dass viele Spielleiter so gefühlt im Dialog sich in so einer Stresssituation eigentlich befinden. Das bedeutet auf der einen Seite Stress, weil natürlich die Beschäftigung mit so einem Spiel als Spielleiter arbeitsintensiver ist, als wenn man nur in Anführungsstrichen Spieler ist. Dann dieser Stress, dass man als Spielleiter innerhalb von einer Gruppe von Menschen eine Sonderrolle einnimmt und damit so ein bisschen auch unter Beobachtung der anderen steht. Und vielleicht sogar eine Stresssituation. Wenn man sich in einem Gefüge von Leuten befindet, wo andere, vielleicht Erfahrenere auch bereits diese Rolle als Spielleiter übernommen haben. Und ich würde ganz gerne eigentlich meine Geschichte zu meinem ersten Mal erst mal so ein bisschen auf dieser Gefühlsebene basieren und dann so erst ableiten, was Systemregeln und das Praktische angeht, weil ich glaube, dieser erste Schritt, Spielleiter zu werden, erfordert eine gewisse Art von Bereitschaft und vielleicht auch Mut, das Ding anzugehen. Und da wäre ich ganz stolz, wenn wir am Ende der Episode so ein paar Inhalte geliefert hätten, die Leute diesen begleitet auf diesen ersten Schritt und vielleicht diesen Mut gibt zu sagen Ja, geil, jetzt packe ich es an! Das hilft mir. Ich glaube, damit schaffe ich es auch, in die Spielleitung zu kommen.

00:04:59: David: Ja, toll. Klingt super. Und ich glaube, meine drei ersten Male haben da teilweise sehr enge Anknüpfungspunkte dazu.

00:05:09: Oliver: Zum Thema Gefühlslage Ich erinnere mich damals sehr gerne daran, in welcher Zeit ich Spielleiter geworden bin. Das Ich komme aus einer Zeit, da hieß das ganze auf Englisch tatsächlich Dungeon Master aus D&D Kontext. Bei DSA hieß es dann Meister, oder? Da gab

00:05:28: David: Richtig?

00:05:28: Oliver: es dann sogar

00:05:29: David: Ja.

00:05:29: Oliver: diese Meistermaske. Erinnerst du dich noch dran?

00:05:32: David: Ja. Ja, total. Total. Meister. Und die Helden gab es bei DSA.

00:05:35: Oliver: Ja, und ich frage mich tatsächlich, wer hat sich jemals diese Pappmaske in die Fresse getackert und hat dann damit eine Spielsitzung durchgeführt? Aber worauf ich hinaus will Man hatte damals immer so ein bisschen so ein Mythos rund um diesen Spielleiter, der damals noch Meister genannt wurde. Und tatsächlich habe ich auch im Laufe meiner Rollenspielkarriere bis hin zu richtig unangenehmen Personen kennengelernt, die sich auf dieses Meister tatsächlich so eine Art, ich sage mal Machtposition ableiten. Also ganz, ganz weird eigentlich. Teilweise. Aber so als junger, beeinflussbarer Mensch in dieser Rollenspielwelt hatte man gleich schon von den Spielsystemen so das Gefühl, Das ist was Gewichtiges. Das ist eine wichtige Position und das hat mir damals Respekt eingeflößt, muss ich sagen. Das sollte vielleicht so erstmal das erste, woher ich komme. Das zweite Thema war Ich bin in einer Rollenspielwelt aufgewachsen, in der meine anderen Mitspieler bereits Erfahrung hatten. Und ich war der Unerfahrenste. Das heißt, ich hatte bereits jemand in der Gruppe, der schon ganz lange Spielleitung gemacht hat und da viel Erfahrung hatte und auch das sehr gut gemacht hat. Und dementsprechend hatte ich auch dort wieder so eine Situation, wo ich einfach dachte na, hoffentlich kriege ich das genauso gut hin wie der. Ja. Es war so dieses zweite Element und das dritte, was für mich halt total herausfordernd war. Ich hatte bis dato nicht ein einziges Regelsystem gelesen. Also das vielleicht erst mal so Zum Kontext und dem Spannungsfeld, in dem ich mich damals befand. War das bei dir ähnlich von der Situation her.

00:07:13: David: Ähm, jein. Also dieses dieses Gefühl, dass andere es länger machen und andere das vielleicht besser machen, die Spielleiterei, das kann ich total nachvollziehen und das kenne ich, kenne ich auch sehr, sehr gut. Auch das hat mich noch lange begleitet. Also das ist manchmal auch heute noch so, deswegen sprechen wir auch über darüber, die besten Spielleiter der Welt zu werden und es nicht schon zu sein, dass ich schon das Gefühl habe, es gibt immer noch was zu verbessern. Ich bin jetzt sicherlich nicht mehr ganz so unsicher, wie ich das am Anfang war und da gibt es sicherlich auch große Unterschiede zwischen den angehenden Spielerinnen und Spielern. Wie die halt mit diesem Gefühl umgehen, für jetzt Verantwortung zu nehmen und vielleicht auch mit dem Fakt, dass andere Leute vielleicht ein bisschen erfahrener sind, vielleicht auch mit mit Freunden am Tisch zu haben, die man nicht enttäuschen will usw. Was bei mir definitiv nicht so dieses Gefühl hatte. Zumindest am Anfang, wo ich so mit meinen Freunden Vor allem gespielt habe und gar nicht so mit mit fremden oder in öffentlichen Kontexten war. So dieses unangenehme Ich bin der Meistertum. Das hast du ja auch eher so ein bisschen aus der Anschauung beschrieben. Ich weiß ja, dass du jetzt auch vor allem mit Leuten gespielt hast, die wahrscheinlich eher freundlich und offen waren, aber so dieses Hierarchie autoritäts Dominanzding was da so mitspielt, das habe ich zum Glück auch nur aus der aus der Erzählung erfahren und selbst nie zum Glück nie erlebt.

00:08:40: Oliver: Ja, also tatsächlich erlebt habe ich das an der Stelle dann auch nicht. Aber ich war dann damals dann schon als junger Spieler auf diversen Cons und du triffst auf Cons, ich sage mal, unheimlich komplex belastete Menschen in der Rolle des Spielleiters. Und vielleicht hatte ich auch einfach nur das Pech. Aber da waren so Leute, die sich glaube ich ein Ei drauf gebacken haben, Spielleiter zu sein. Und wenn du dann sag ich mal da auch Leute hast, die einfach fünfzehn Jahre älter sind als du. Dann bist du als junger Teenager da mit Sicherheit auch so ein bisschen erstmal eingeschüchtert. Also ich hatte schon so dieses Gefühl damals. Der Meister, das ist irgendwie was Besonderes. Gleichzeitig fand ich das aber auch sehr, sehr abstoßend, wie dann teilweise diese Erlebnisse waren auf diesen Cons. So dass mir schon mal klar war okay, so möchte ich auf keinen Fall sein. Weil ich bin glaube

00:09:28: David: Ja.

00:09:28: Oliver: ich aus der Spielerperspektive da rein und habe mir so gedacht Was wäre denn geil, was würde ich denn ganz gerne spielen? Und da geht es schon los. Ich muss mir ein Spielsystem aussuchen, was ich gerne leiten wollen würde. Und das ist dann Traveller geworden. Science Fiction, Rollenspiel, Space Opera. So ein bisschen in die Richtung. Und zwar auch aus der ganz klaren Anforderung. Wir hatten unseren Kumpel Daniel, der war der Fantasie Gott. Ja, der hat also Fantasie Runden gemeistert. Das war das Ding. Und es macht ja keinen Sinn, noch eine weitere Fantasyrunde zu etablieren, sondern lass uns doch eine Alternative finden, ein anderes Genre. Und da habe ich mir dann Traveller ausgesucht. Das hat mir damals dann auch der Daniel einfach ausgeliehen. Das hatte der am Start und dann konnte ich damit anfangen.

00:10:16: Oliver: wie habe ich mich denn darauf jetzt vorbereitet? Also das erste, was ich gemacht habe ich habe dieses Regelbuch studiert. Ja, ich glaube, so intensiv gelesen habe ich in Schulzeiten kein anderes Buch. Da habe ich also wirklich jede Seite fünf Mal alles versucht zu verstehen, weil das erste war natürlich. Ich dachte Oliver, du musst diese Regeln draufhaben. Ganz, ganz wichtig. Du musst diese Regeln draufhaben. Und ich glaube es bei vielen dieser gerade älteren Generation von Spielen so, dass es da eben nicht so zwei fünf seiter mit Regeln gibt und dann noch irgendwie so ein paar Flufftexte, sondern das waren halt so richtig Welt bauen. Diese universale Charakterprofil mit irgendwelchen Werten, Fahrzeuge, Waffen, Raumfahrt, Handel, komplette Aktienkurs Berechnungen für irgendwelche Warenwirtschaftssysteme, was auch immer da drin steckt. Also es war ein unfassbares Werk an Regeln. Und bevor ich also los gemeistert habe, habe ich erstmal diese Regeln studiert. Schritt eins Schritt zwei Es musste ein Abenteuer her. Ich habe es schon bei einem anderen Podcast erzählt. Das ist dann das Abenteuer Schatten aus diesem Grundregelwerk von Traveller geworden. Ich habe das übrigens auch gerade hier das schöne Buch von damals und hatte dann dieses Abenteuer studiert und mir überlegt, wie wird es dann gespielt? Und wenn man sich das Ganze so anguckt, ist das auch wirklich so geschrieben. Wenn die Charaktere in diesen Raum gehen, dann machen sie die und die Probe und dann finden sie das und das raus. Und hier ist eine Sackgasse und da ist eine Sackgasse. Und hier geht es weiter, wenn die Probe so und so erfolgreich ist. Also so ganz, ganz, ähm, ja, ich sag mal fast schon wie so eine Art Logik Code geschrieben. Und das habe ich dann als nächstes studiert Und dann bin ich an den Spieltisch gegangen und hatte praktisch, äh ja meine Premiere vor mir und habe dann dieses Abenteuer in der Hand gehabt und habe dann halt wirklich alles, was da drin stand, von der ersten bis zur letzten Szene sozusagen oder vom letzten Raum mit meinen eigenen Worten beschrieben, nicht vorgelesen und dann immer so ganz, ich sag jetzt mal vorsichtig gefragt, was die Charaktere denn machen, in der Hoffnung, dass die nix ausgeflipptes machen und mich in die Bredouille bringen,

00:12:37: David: Was

00:12:37: Oliver: weil

00:12:37: David: nicht im Buch

00:12:37: Oliver: es nicht

00:12:38: David: steht.

00:12:38: Oliver: im Abenteuer steht? Exakt.

00:12:39: David: Ja. Ja. Absolut. Wieso diese Choose Your own Adventure oder ein einsamer Wolf? Was es früher so gab. Also diese Romanbücher. Dicken Bücher, wo dann auf der ersten Seite stand. Du bist jetzt der und der und hast jetzt den und den Auftrag. Und dann ist das wie so eine Art Soloabenteuer, nur dass da halt noch die Spieler dann im Wesentlichen halt würfeln dürfen. So?

00:12:58: Oliver: Und ich habe es schon mal an anderer Stelle gesagt. Ich ergänze es Hier noch mal, dieses vorgefertigte Abenteuer endete dann auch nach ein bis zwei Stunden mit langweiligen Blicken meiner Spieler, weil einfach in diesem Abenteuer nichts passiert und ich musste anfangen zu improvisieren und habe meinen ersten spontan entwickelten NSC ins Spiel gebracht und ab dann war ich hooked. Ab dann lief das Ganze wurde eine sehr, sehr lange Kampagne. Irgendwann haben sich die Systeme gewechselt, wir sind auf Shadowrun oder Cyberpunk umgestiegen. Lange Rede, kurzer Sinn aus diesem ersten, eigentlich unter desaströsen Voraussetzungen gestarteten Spielleitung Selbstversuch ist eigentlich eine dreißig Jahre plus Spielleitung Rollenspiel begeisterte Hobbykarriere entstanden. Und ich will gleich mal so ein bisschen erzählen, was meine Learnings daraus waren aus dieser Feuertaufe, die mich heute noch durchs Spiel tragen. Aber ich schließe meine kleine Anekdote ist mit der Frage an dich David, was sind denn deine ersten Male wie Wie ging es dir denn so als junger David? Als junger Rollenspieler?

00:14:09: David: Also ich hatte Rollenspiel vor neunzehn hundert drei und neunzig. Was jetzt auch schon wieder sehr sehr lange her ist, hatte ich nur einmal kurz Kontakt. Mein kleinerer Bruder, drei Jahre jüngerer Bruder, der hat eine DSA Box zu Weihnachten geschenkt bekommen und da war ich weiß nicht, das war wahrscheinlich so um die um neunzig rum, also sicherlich auf jeden Fall noch deutlich früher, als wir dann angefangen haben zu spielen und ich konnte damit überhaupt nichts anfangen zu dem Zeitpunkt. Und dann drei und neunzig, irgendwann kam dann mein Freund Tim auf mich zu, mit dem ich in der gleichen Klasse war und der hat dann irgendwann gesagt Hör zu, ich habe jetzt mit einem anderen Freund angefangen zu spielen. Wir haben eine Session gehabt, aber wir hätten ganz gerne noch einen weiteren Spieler. Magst du nicht, Dabei magst du nicht dazukommen. Ich habe gesagt Ja, klingt interessant. Ich kann damit jetzt nicht so viel anfangen, aber ich komme mal dazu. Und das ist dann halt als Spieler und nicht als Spielleiter. Aber warum ich das jetzt erzähle ist, weil es mir so ein bisschen was mitgegeben hat, was man als guter Spielleiter am Anfang der Rollenspielkarriere, und zwar sowohl der eigenen als auch der der Mitspielenden, so alles richtig machen kann. Und da will ich ganz kurz nur so ein bisschen zu diesen ersten Eindruck erzählen, weil anders als an meine eigenen RollenspielspielEitungs Beginnings kann ich mich an diese allererste Session, ähm bei Tim noch extrem gut erinnern. Das war irgendein Nachmittag, wie gesagt, in drei und neunzig irgendwie. Nach der Schule haben wir uns getroffen und dann saßen wir da, ich auf dem Teppichboden, in so einem klassischen ein tausend neun hundert neunzig er Jungs Teenager Zimmer saß ich auf dem Boden und hatte von Tim so eine Handvoll Würfel in die Hand gedrückt bekommen. Und da hat er gesagt Würfel einfach mal sechs Mal diese Würfel. Also ich hatte drei W6 in der Hand und ich sollte Werte aus würfeln für einen Charakter. Und dann habe ich, habe ich halt meine meine Werte gewürfelt und habe dann halt den ersten Charakter gebaut und Tims Rolle in dieser Zeit oder in dieser. In dieser Funktion oder in dieser Situation war jetzt also nicht nur, dass er natürlich das Ganze angeleiert hat, gesagt hat Ich möchte mit euch spielen, sondern dass er mir erst mal ganz, ganz grob und so in ganz wenigen Worten die Regeln erklärt hat. Also er hat genau das gemacht, was du schon auch schon gesagt hast, was die Rolle des Spielleiters sein soll. Gerade am Anfang, dass der Spielleiter die Regeln halt zumindest so gut können muss, dass man anfangen kann zu spielen. Dann hat er mich durch die CharakterErschaffung geleitet. Also nicht nur das Regeltechnische, sondern durchaus auch so ein bisschen, was den Charakter angeht. Also was gut passen würde in die Welt, was so die Funktion der Druiden sind in der Welt usw.usw. Und das allerwichtigste, was ich in dieser ganzen Situation, wo ich als genau mit dem Gefühl von dir, da reingegangen bin, mit Es gibt da jemanden, der so viel mehr weiß über dieses ganze Thema, der das System kennt, der seine Welt kennt, der schon mehrfach Rollenspiele gemacht hat und das jetzt selbst gerne als Spielleiter durchführen möchte und mich dazu geholt hat. Was ich sowieso einfach schon toll finde, dass mich da jemand gefragt hat. Er hat einfach eine super angenehme, freundliche, offene Atmosphäre geschaffen und hat dadurch dann auch beigetragen, dass für mich so dieser Funke der Begeisterung entstanden ist und das finde ich, ist zu den Punkten, die du genannt hast, ein ganz wichtiger Aspekt, den ich allen Spielleitern und Spielleiterinnen da draußen, die anfangen möchten, noch mehr ans Herz legen. Klar, der Job ist, Regeln zu kennen. Klar, der Job ist, Abenteuer zu basteln und klar, der Job ist, sich zu überlegen wie Wie schaffe ich es am Tisch Atmosphäre zu schaffen etc. Aber vor allem schaffe eine freundschaftliche Atmosphäre, in dem die Spieler deine Freunde, die mit dir zusammen am Tisch sitzen, einfach eine gute Zeit haben. Dass sie sich wohlfühlen, dass sie das Gefühl haben, sie sind unter Freunden, sie können Sachen ausprobieren. Es gibt nicht irgendwie super falsche Sachen und hilf einfach diese Flamme der Begeisterung, die du wahrscheinlich in dir trägst oder die die Spielleiter tendenziell wahrscheinlich eher in sich tragen, die in die Spieler zu den Spielern auch zu entfachen. Und das würde ich sagen, das war so mein Learning aus diesem allerersten Mal, dass ich mich hingesetzt habe und Charaktere ausgewürfelt habe.

00:18:16: Oliver: Was ich tatsächlich so in der Retrospektive aus meinem ersten Mal und vielleicht auch dann der Zeit danach ableite und wo ich meine Tipps für heute für die Folge so ein bisschen unter ein Motto stelle, ist reduce the noise, also verringere den Krach in allen möglichen Aspekten. Was meine ich damit? Das eine hatten wir schon mal abgedeckt, dieses Noise, also was dich davon abhält, dich auf das Spiel zu konzentrieren und einzulassen. Auf der ersten Ebene emotionalen Stress reduzieren. Also schafft einfach eine Atmosphäre, die gut ist und setz dich vor allem auch als Spielleiter selbst nicht unter Druck, weil das ist immerhin noch ein Spiel. Versuche aber auch selbst deinen Spielern diese Atmosphäre zu geben, dass die sich fallen lassen können, so dass ihr gemeinsam eine gute Zeit habt. Und ich glaube, das ist schon mal eine ganz wichtige Grundprämisse, da reinzugehen. Aber der zweite Aspekt, wo ich sage Reduce the noise, den ich damals gerne gewusst hätte, ist tatsächlich dann schon konkret das Thema Regeln. Es ist natürlich sinnvoll, wenn man die Regeln gut kennt, aber es ist sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich, dass in einer Spielsitzung von, sagen wir mal fünf bis acht Stunden alle diese Regeln tatsächlich zur Anwendung kommen. Ja, das hätte ich ganz

00:19:34: David: Ja.

00:19:34: Oliver: gerne gewusst, bevor ich in meine erste Session gestartet bin, weil tatsächlich dieses alle Regeln gut kennen einem Studium gleichkommt. Und es ist viel einfacher zu sagen okay, was sind denn die wahrscheinlichsten Regeln, die ich kennen muss für die Session? Die kommt sich dann auf die zu fokussieren und dadurch diesen Krach sag ich mal zu reduzieren, den es macht im Gehirn, wenn man halt drei hundert Seiten Regeln zu allen Aspekten dieser Welt vorher studieren muss. Also es ist nicht verkehrt, die einmal gelesen zu haben, aber ich würde, wenn ich in der Zeit zurückreisen könnte, meinem jüngeren Ich sagen Oliver Relax. Fokussiere dich erstmal auf diese Regeln, überleg dir das diese Regeln wie wie die im Spiel vorkommen. Hab die irgendwie griffbereit. Lass dir von einem guten Kumpel vielleicht ein Flowchart basteln oder die Regeln noch mal mit dem Finger nachfahren kannst am Tisch, aber reduzier einfach den Stress, den du hast alle Regeln kennen zu müssen und habt den Mut zur Lücke. Denn selbst wenn dann am Tisch die Situation kommt, dass eine Regel zur Anwendung kommen muss, die du nicht super gut beherrschst oder vielleicht gar nicht kennst keiner ist dir böse, an der Stelle vielleicht auch dann zu sagen Lass mal eine kurze Auszeit machen, ich muss da kurz noch mal nachlesen oder sonst was. Und ganz ehrlich die Wahrscheinlichkeit, dass irgendeine Regel kommt, eine absurde, die, mit der du nicht gerechnet hast, ist geringer als man denkt.

00:21:07: David: Also ein hundert Prozent Mut zur Lücke bei allem und fokussiere. Ich meine, wir haben das im vorigen Podcast schon mal gesagt. Fokussiere auf das, was am meisten Bang for the buck, wie man so schön sagt, bringt also am meisten Ertrag für den Einsatz und die feinsten Verästelungen zu Verästelungen zu kennen. In dieser ersten oder zweiten oder dritten Session, die man leitet, ist nicht zentral. Da gibt es andere Sachen.

00:21:35: Oliver: Das zweite, was ich habe, ist tatsächlich auch wieder in die Kategorie Reduce the Noise. Und zwar sind das ich nenne es mal kognitiv herausfordernde Details am Spieltisch. Und eins erstaunlicherweise der kognitiv herausforderndsten Details, die ich in meiner Spielerkarriere kennengelernt habe, ist das spontane Droppen von sinnvollen Namen. Ich weiß nicht, wie es dir geht. Wenn ich dir jetzt sage Bitte gib mir mal einen Namen für die Schalterbeamten, die hier am Ticket Schalter, die ein Bahnticket ausstellt. Ja. Für mich war das immer so, Tina. Tina Müller heißt die. Ja, so ungefähr. Also das ist so dieses Thema. Es gibt auch andere Sachen, die so sind Reduce the Noise, also beispielsweise auch so dieses Fragen nach Gibt es hier im Ort ein Schmied oder wie heißen denn hier die Gaststätten? Ja, usw Also diese diese klassischen Fragen, die Spieler stellen können, die eigentlich keine große Leistung ist. Also Namen zu nennen ist jetzt keine große Leistung, aber wenn du halt irgendwie aus dem Flow gerissen wirst, um dir einen sinnvollen Namen von einer Person auszudenken und die dann auch noch zu merken für die Zukunft oder sonst was, das ist eine gewisse kognitive Belastung, die dich ablenkt von der eigentlichen geistigen Leistung, die du am Spieltisch leistest. Und ich würde gerne meinem jüngeren Ich zurufen Leg dir einfach eine Liste mit passenden Namen neben dran. Weil es tauchen leider immer mehr NPCs auf, als du je antizipieren kannst. Ja, die Leute fragen nach dem Namen der Reinigungskraft, weil sie auf die Idee kommen, sich als diese zu verkleiden, um dann irgendeine Geschichte zu machen, mit der du überhaupt nicht gerechnet hast. Und dieses, ähm oder auch eben denkt dir im Vorfeld, wenn du eine Stadt hast, was gibt es dort für Institutionen? Wie heißt das Krankenhaus, wie heißt die beliebteste Bar am Ort usw? Das sind so diese diese Kleinigkeiten, die auch dann die Immersion ganz schnell schnell brechen, wenn du da an der Stelle sage ich mal keinen guten Namen hast oder irgendwie überlegen musst oder ähnliches. Das bricht dann immer ganz schnell die Immersion. Und vor allem gibt es dann so diese gewitzten Spieler. Ach, dieser NSC hat gar keinen Namen, der ist nicht wichtig für die Story. Das gibt es ja auch. Das kann auch manchmal im Spiel recht wichtig sein. Und dieses, Noise Reduction führt für dein Gehirn, indem du so für diese immer wieder kommenden Massen Assets. Nenne ich es jetzt einfach mal so einen kleinen Spickzettel hast und gerade beim Namen. Ich habe dann zum Beispiel mir sehr gerne einfach Screenshots gemacht vom Abspann von Filmen und habe dann praktisch von der Crew von Alien, also nicht die Crew an Bord, sondern die Crew der Leute, die den Film Alien gemacht haben. Das war meine Namensquelle für mein Science Fiction Gruselabenteuer usw und da gibt es ja mittlerweile dank Internet ganz andere Methoden als damals. Aber so eine Liste mit Namen sowas an die Hand zu geben, das hätte mich damals echt ein riesen Stück entlastet. Ist das kleinteilig oder bin ich da zu dumm für sowas? Oder geht es dir da ähnlich?

00:25:02: David: Wenn ein das. Ich finde das Ich finde es ein sehr wichtiger Punkt. Zumal es natürlich auch was betrifft, jetzt gerade die Sache mit Namen Also ob das Ortsnamen sind, ob das jetzt Personennamen sind oder auch so spezifische spezifische Namen von beispielsweise wie heißt jetzt ein Turm oder irgend so was in der Artikel. Was ja sehr sehr stark an das ankoppeln, was wir schon mal besprochen haben, nämlich wie wichtig Namen eigentlich sind für die Immersion und für die Glaubwürdigkeit einer Welt und dafür, dass die Welt in sich konsistent und stimmig ist. Und gerade dann ist es natürlich einfach, wenn du halt, wenn die Ticketverkäuferin Tina Müller heißt, wenn du halt im Hamburg des Jahres zwei tausend vier und zwanzig spielst, aber nicht im zaristischen Russland. Und wenn dir dann aber nichts besseres einfällt als Tina Müller, wenn du eigentlich im zaristischen Russland unterwegs bist, dann.

00:25:52: Oliver: Boris und Doris?

00:25:55: David: Boris? Boris Genau. Und? Und Boris? Dann ist das natürlich ein. Ist das natürlich ein Problem. Und deswegen. Also das mit diesen Namenslisten ist ein super einfaches, einfaches Ding, was vielleicht noch eine andere Option ist, die gar nicht alternativ ist, sondern man auch immer mal wieder einfach sich denken soll oder denken kann. Ist einfach, die Spieler dann auch einzubeziehen. Also wenn jemand sagt so ja, ich suche eine Kneipe in der und der in der Stadt und dann kann man einfach auch mal sagen, wenn du dir da vorher keine Gedanken drüber gemacht hast oder selbst wenn du dir vorher Gedanken darüber gemacht hast. Ja, sag mir doch, wie die Kneipe heißt, die du suchst und wie die aussieht. Also die Spieler direkt einzubeziehen.

00:26:37: David: Mein zweiter Punkt ist ein bisschen ist ein bisschen hintenrum jetzt, wie ich dazu komme. Ich habe mir aufgeschrieben. Als zweiten Punkt ist die erste Session null, also meine persönliche erste Session null und zuerst die Anekdote und dann verspreche ich, ich komme wieder darauf zurück auf das Spiele einbeziehen, nämlich meine erste Session null. Das war Anfang der Zweitausender und damals gab es für mich zumindest den Begriff der Session null noch nicht. Was bezeichnet eigentlich Session null? Heute bezeichnet die Session null das, wo sich die Spielergruppe trifft. Und mal ob jetzt online oder als als Austausch von Emails oder tatsächlich dann auch in Personen, wo die Spielergruppe sich zusammenfindet und so ganz grob darüber spricht, wie das Abenteuer vor allem bei längeren Kampagnen ist, ist natürlich wichtig. Darüber spricht Wie soll das eigentlich aussehen? Und Mitte der Zweitausender wollte ich eine neue Kampagne starten, nämlich die Chroniken des letzten Zeitalters. So hieß dann die Kampagne und wir haben uns dann in der Kneipe in Heidelberg getroffen, habe ich noch in Heidelberg gelebt und das hatte mehrere Ziele das Ganze. Zum einen sollten sich die Spieler und Spielerinnen, die sich noch nicht kannten. Also ich kannte sie alle, aber die Spieler unter sich noch nicht alle. Die sollten sich erstmal kennenlernen in einem entspannten und überhaupt nicht mit Rollenspiel konnotierten Kontext. Also auch nicht bei irgendjemandem zu Hause, sondern ich habe extra eine Kneipe ausgesucht. Gemütlich haben wir da gesessen und über dem einen oder anderen Getränk sich unterhalten kennengelernt und dann konnten wir dann auch einsteigen. Dann darüber zu sprechen, was in der Kampagne dann passieren soll und drei oder vier zentrale Themen hatte ich dann zur Kampagne eingebracht. Das eine also in welchem Setting wollen wir spielen? Es war klar, dass wir Fantasy spielen wollen. Es war klar, welches System wir spielen wollen. Aber in welchem Bereich der Welt sollten wir denn spielen? Haben wir uns relativ schnell geeinigt, eben auf so der hohe Eis Eis eingefasste Norden. Zweiter Punkt, den wir dann besprochen haben Wie soll denn die Stimmung sein? Eher so ein bisschen fröhlich locker oder eher so ein bisschen ernsthaft? Und da hatte ich dann schon relativ klar gemacht Ich als Spielleiter habe dann relativ klar, ich habe kein Interesse an so lustig rumhüpfenden Feenwesen, die so über Schneeflocken tanzen, sondern ich wollte halt schon so ein bisschen was Ernstes, ein bisschen was ja nicht nicht. Also nicht nicht humoristisch, sondern ich wollte halt schon irgendwie eine ernste Kampagne spielen und die Stimmung sollte halt dominiert sein von Winter, von Dunkelheit und von von durchaus einer kargen und harten Landschaft. Und Spieler konnten sich damit auch gut, konnte sich das gut vorstellen und haben dann auch gesagt das passt ihnen gut. Und dann habe ich die Spieler gebeten, sie sollen sich in der Gruppe, wie sie da waren. Ich glaube, wir hatten vier, fünf Spieler. Sie sollen mir drei Themen geben, die einfach in der in der Kampagne eine Rolle spielen sollen. Ich weiß es heute noch, dass wir da gesessen haben und die haben Brainstormen, haben sich überlegt und hin und her. Und dass wir dann tatsächlich drei Themen rausgefunden haben, die für alle Spieler von Interesse waren, nämlich ein Thema sollte Reise sein. Also es sollte jetzt nicht unbedingt eine Kampagne sein, die nur an einem Ort stattfindet, sondern sie wollten rumreisen. Der zweite Punkt war, dass ein wichtiger großer Krieg stattfinden sollte und das dritte war sollte irgendetwas Mythisches, irgendwelche Legenden, irgendwelche Dinge so vorkommen, die halt so sich zusammenfassen, so als Mythos. Und das waren so drei Themen, die sie dann zusammengesucht haben und die habe ich mir aufgeschrieben und habe dann darüber dann so meine Ideen für die Kampagne dann zusammengetragen. Und dann haben wir auch so als erste Charakterideen diskutiert. Und warum ich das alles erzähle und was dieser ganze Kram, was da alles so passiert ist, Was der Effekt davon war, war nämlich genau das, nämlich dass die Spieler eingebunden wurden von Anfang an in die Kampagne. Sie haben zum einen natürlich mir Ideen geliefert und sie haben mir Ideen geliefert zu. Natürlich. Zu diesen drei Themen. Sie haben Ideen geliefert zur Location. Sie haben mir durch ihre Charakterideen Ideen geliefert von Sachen, die Ihnen wichtig sind, von Dingen, die Sie gerne in der Kampagne sehen möchten, aber auch einfach Ideen, die ich einfach aufnehmen kann. So ein bisschen wie so ein kleiner Ausschnitt aus der Liste mit den Namen und Charakteren. Das war das eine. Zweitens waren die Spieler direkt schon mal emotional eingebunden in die Kampagne. Die waren sozusagen schon investiert, wenn man das so sagen möchte, in die Kampagne. Und der dritte Punkt war, dass das habe ich so richtig gespürt, wie das gewachsen ist am Tisch. So ein richtiger Hype. Die haben sich alle so richtig reingesteigert in die Vorfreude auf diese erste Session. Und das ist so der dritte Punkt, einfach so dieser, dass dieser Hype entstanden ist. Was ich am Anfang gesagt habe zu meinem ersten Punkt, so dieses Feuer in jedem dieser Spielerinnen und Spieler entstanden ist. Und das war so ein schönes und cooles Erlebnis, diese erste Session Zero. Gerade diese Spieler einbeziehen. Und das mache ich seither für jede Kampagne.

00:31:19: Oliver: Das ist ein sehr, sehr guter Tipp. Das schließt ja auch an, an diese, ich sage mal einleitend vielleicht herausfordernde emotionale Situation, das erste Mal Spielleiter zu sein. In dem Moment, wo du die Spieler zu deinen Verbündeten machst, fällt auch so diese eine die Gegen mich Situation weg. Ja, man

00:31:37: David: Total.

00:31:37: Oliver: wird zu

00:31:38: David: Total.

00:31:38: Oliver: einer Gemeinschaft und das stützt genau eigentlich das, was ich im Laufe meiner Karriere als das positivste Spielerlebnis wahrgenommen habe. Dieses gemeinsam am Tisch was machen und nicht der Spielleiter gegen die Spieler. Denn das ist, das ist dieses Dieses Mindset muss man von Anfang an einfach verbannen. Ich weiß, das ist nicht immer ganz so leicht, dafür sind wir Menschen halt einfach psychologisch anders gestrickt. Gerade wenn man halt so exponiert sagt Ja, du hast eine andere Rolle als alle anderen. Das macht was mit einem im Kopf. Aber da finde ich dein Beispiel sehr, sehr wunderbar, weil das ist ein ganz einfaches, für jeden durchführbares Instrument. Diese Session Zero, da braucht man keine Regeln kennen, gar nichts. Man

00:32:22: David: Ja,

00:32:22: Oliver: setzt sich

00:32:22: David: Ja.

00:32:22: Oliver: mit seinen Freunden oder diesen vielleicht auch fremden Leuten, die man zum Ersten Mal trifft, zusammen und bespricht die Kampagne und macht sie zu gemeinsam einem gemeinsamen Asset. Und das finde ich echt ein sehr, sehr schönes Learning, was vielleicht auch ein guter Vorbau ist für mein drittes Learning in der Serie Reduce the Noise.

00:32:44: David: Bin gespannt.

00:32:44: Oliver: Und zwar ist es das Learning, dass das Rollenspiel da anfängt, wo die Spieler die Geschichte bestimmen.

00:32:54: Oliver: Ja, das ist so ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Ich habe ja gesagt, ich habe dieses Traveller Abenteuer vorbereitet, so wie es im Buch stand. Das führte zu gehender Langeweile. Ich habe dann angefangen zu improvisieren. Die Spieler haben dann angefangen, auf diese Elemente zu reagieren, weil die dann plötzlich spannend waren. Und die Geschichte hat sich komplett von selbst entfaltet. Und dieses die Angst zu haben, dass die Spieler nicht die Geschichte machen, die ich vorbereitet habe, das ist, glaube ich, meine größte Erkenntnis als junger Spielleiter gewesen, dass eigentlich die Geschichte dann erst anfängt, wenn die Spieler genau das machen. meine Angst damals war Wie um Himmels Willen soll ich denn ein gesamtes Universum in seiner Existenz mit all seiner Vielfältigkeit simulieren, wenn meine Spieler sich darin frei bewegen wollen? Und die Erkenntnis ist eigentlich Raum und Zeit sind so beschränkt. Wir können diesen einen Raum, den wir wahrnehmen, der ist begrenzt und die Zeit, in dem wir uns an diesem Ort befinden, ist auch in der Regel begrenzt. Und du wirst nie als Spielleiter in die Situation kommen, irgendwie dieses gesamte verdammte Universum gleichzeitig irgendwie simulieren zu müssen. Das ist ja auch bei Computerspielen nicht anders. So ein Minecraft, das stellt die Welt auch nur in einer gewissen Reichweite von Blogs dar, um halt oder oder animiert diese Welt um halt entsprechend Rechenressourcen zu sparen. Und für mich als Spielleiter war das eine ganz, ganz wichtige Erkenntnis. Du musst nicht permanent an alle Details in deiner Welt denken, sondern fokussiere dich ausschließlich auf diese Szene, wo sie gerade sind. Und wenn dann die Spieler dort handeln, Sie können in der Szene interagieren mit dem, was da ist. Wunderbar. Sie können die Szene verlassen, sie können die Szene umkrempeln. Also wenn ich die irgendwo keine Ahnung in einer wunderbaren, schönen Gasthof schicke und der erste beschließt, den mit C4 in die Luft zu sprengen, okay, dann weiß ich aber, was passiert. Und diese Angst mir davor zu nehmen, den die Spieler Handlung als eine Bedrohung wahrzunehmen, das muss ich sagen, war meine allergrößte Erleuchtung. Die kam auch relativ schnell und früh und hat eigentlich dann dazu geführt, dass ich völlig entspannt war und mit meinem letzten Tipp, den ich gleich noch habe, in Kombination eigentlich dazu führt, dass egal wie komplex das Universum, egal wie komplex die Welt ist, ob mit vorgeschriebenen Lore oder mit selbst erfundenen Lore oder was auch immer ich nie wieder so in diese Bedrängnis kam. Angst vor der Größe der Welt zu haben und Angst vor der Freiheit meiner Spieler. Und dadurch glaube ich auch bei euch Spielern eine ganz gute Bindung an mich als Spielleiter geschaffen habe, weil ich glaube, ihr, ihr habt die Erfahrung gemacht, dass ihr in meinen Welten spielen könnt und ich euch lasse, oder?

00:35:47: David: Absolut. Das ist auf jeden Fall so Als Spieler mit dir zu spielen, ist immer eine Freude. Also nicht nur, weil es immer toll ausgearbeitete Abenteuer sind und mit viel Liebe zu Details und tolle Hintergrundgeschichten, sondern vor allem auch, weil du uns tatsächlich vor Situationen stellst und dann reagieren wir darauf oder agieren in diesen Situationen und du reagierst dann darauf, wie wir agieren und es gibt nicht so, so wird es aber gemacht und oder so musst du es machen. Es gibt keinen anderen Weg, oder? Jetzt habe ich aber gerade keine Lust auf, dass du das Mittagessen von Marshall Pope mit seiner Frau Tanja ausspielst. Das kann man alles straffen und und und länger ausspielen, aber es findet immer findet, findet immer Raum für das, was die Spieler machen. Und ich glaube, das ist ein ganz, ganz zentraler Punkt. Eben diese diese Angst aufzugeben, sich selbst zu reflektieren. Wo kommt das her? Vor was habe ich eigentlich Angst? Geht es um Kontrolle? Um was geht es eigentlich? Und ich glaube, was wirklich auch immer hilft, ist dir zu als Spielleiter sich zu überlegen, Spielleiterin sich zu überlegen. Die Spieler haben ja auch ein Interesse daran, dass es eine coole Geschichte wird.

00:36:57: Oliver: Du hattest gesagt, du hattest drei erste Male, jetzt haben wir schon zwei gehört. Was ist denn das dritte erste Mal, von dem du erzählen möchtest?

00:37:06: David: ich habe mir sehr lange überlegt, was mein drittes, erstes Mal ist. Und ich habe mich entschieden, darüber zu sprechen, dass mein drittes erstes Mal, das ich hier als großes, wichtiges Learning und so ein bisschen vielleicht auch Inspiration für die Leute da draußen, aber auch für mich, in Zukunft immer mal wieder mich dran zu erinnern nehmen werde, dass das allererste Mal passiert ist, dass ich eine Kampagne abgebrochen habe. Das war nicht das erste Mal, dass eine Kampagne irgendwie vorzeitig zu Ende ging. Also oft ist das, Kennt man das ja man startet eine Kampagne und dann passiert halt das Leben und das plätschert dann halt so aus. Die Leute haben keine Zeit mehr, man selbst hat keine Zeit mehr, Sachen vorzubereiten. Mitspieler ziehen weg, Studium ist zu Ende, Arbeit wird zu anstrengend, Kinder kommen whatever. Das passiert ja doch relativ häufig. Aber mir ist es ein einziges Mal, wenn ich mich recht erinnere, passiert, dass ich explizit eine Kampagne abgebrochen habe und es auch genau so auch gesagt habe, dass das jetzt das Ende. Ich möchte hier nicht weitermachen. Das hat überhaupt nichts mit diesen Beispielen zu tun, die ich jetzt so als Überleitung benutzt habe aus dem vorigen Punkt, dass also irgendwelche Spieler blöd waren oder sowas, sondern es war einfach, dass ich super unzufrieden war mit dem, wie die Kampagne lief und das lag an ein paar Punkten. Das eine war, wir haben denen die drei Uhr fünf. Gespielt und ich fand das als Spielleiter extrem anstrengend. Ich fand es schrecklich. Ich war aber auch zu wenig souverän zu dem Zeitpunkt, mich einfach über das System hinwegzusetzen. Ich wollte alles by the book machen. Ich habe also nicht Spieler Charaktere wirklich per Hand nach den Regeln im Player's Handbook als Charakter generiert. Also es hat ewig gedauert mir irgendwie so Charaktere, die deren Werte keine Rolle gespielt haben, dann für die Kampagne oder die einmal in einem Kampf oder einmal in einer Situation halt vorkamen. Wirklich, das mit der Hand aufzuschreiben, den Charakter zu machen. Ich wollte es halt bei The Book machen. Ich wollte das System auch besser kennenlernen, aber ich wollte es halt wirklich so richtig machen, in Anführungszeichen. Zweiter Punkt war also ich kam mit dem ich kam mit dem System nicht zurecht. Der zweite Punkt war, dass ich mich so ein bisschen in meiner Story habe, dass ich irgendwie schon eine klare Idee hatte, wo ich hin will. Aber ich habe mir zu viel Zeit genommen und habe zu viele Nebenplots usw irgendwie mir ausgedacht und die waren auch für sich alle okay und die waren sehr stimmungsvoll. Aber sie haben halt eigentlich von dem was ich wollte und was die Spieler wollten, einfach zu viel zu viel weggenommen an Zeit und Aufwand und Fokus und was dann dazu geführt hat, dass das Vorbereiten und zunehmend auch das aktuelle oder das tatsächliche Spielen am Spieltisch dann eher zu Stress wurde und Arbeit wurde. Und zu dem Zeitpunkt war ich dann auch so ein bisschen beruflich ziemlich eingespannt und es war dieses ganze Thema Rollenspiel und vor allem diese Kampagne war dann zu dem Zeitpunkt. Irgendwann habe ich es gemerkt, dass es ist mehr Stress, es ist mehr Arbeit, es ist mehr Mühsal als tatsächlich Freude. Und der Moment, wo ich das so richtig gemerkt habe und wo ich dann auch den Moment gefunden habe, wo ich dann gesagt habe, okay, ich muss da reflektieren und das weckt mich so auf. War eine total coole, freundliche, umfangreiche Email von einem meiner Spieler. Paul, falls du das hier hörst, sei gegrüßt, der mir extrem profundes freundliches, sehr klares und weises Feedback gegeben hat. Zu. Zu. Zu der Runde. Was ich auch immer eingefordert habe, immer gesagt Wenn euch was auffällt, sag Bescheid und hat sich wirklich die Mühe gemacht, eine sehr lange Email zu schreiben. Und in dem Moment, als ich diese Email gesehen habe, habe ich so gemerkt Ich will damit mich überhaupt nicht mehr beschäftigen. Ich möchte gar nicht besser das besser machen. Ich möchte das gar nicht anders machen, weil mich diese ganze Kampagne so wahnsinnig anstrengend und stresst. Und da habe ich gemerkt, okay, wenn ich mich jetzt nicht mehr mit diesem auseinandersetzen möchte, dann heißt das, dass die Kampagne für mich eigentlich tot ist. Und dann habe ich gesagt okay, die Schlussfolgerung daraus ist Ich brauche eine Pause. Wir brechen hier ab, kommen vielleicht irgendwann noch mal darauf zurück, in einer anderen Form, mit einem anderen System, whatever. Aber hier mache ich einen Cut. Ich kann hier nicht weitermachen, Ganz explizit abgebrochen und das Learning für mich daraus ist. Man kann natürlich Dinge anpassen, wenn man merkt, die nicht funktionieren. Das machen wir jetzt gerade mit meiner Kampagne Blutland, wo wir bisher Savage Worlds gespielt haben, und wir steigen jetzt um auf Dungeon World. Es ist okay, kreative Pausen zu machen. Es ist okay, Dinge zu ändern, anzusprechen, in der Gruppe anzusprechen. Es ist aber auch okay, als Spieler zu sagen Ich höre hier auf. Und wenn ich mir das im Hinterkopf habe, auch wenn ich was Neues anfange, anfange auch als Spielleiter, dann senkt das, finde ich auch die Schwelle anzufangen, weil es senkt. Es senkt so ein bisschen das Gefühl, ich muss es jetzt durchziehen, gerade wenn es eine Kampagne ist. Wenn man sich von vornherein sagt Ich probiere das jetzt, wenn es cool ist, machen wir es weiter. Wenn nicht, dann war es das halt. Ein schöner Versuch. Das ist für mich immer eine sehr, sehr schöne, ein sehr, sehr beruhigender Gedanke, den ich mir immer wieder gerne mache. Und ich vergleiche das ganz gerne mit Büchern. Also es gibt so Leute, die sagen, ich lese alle Bücher durch und bis zum Ende, die ich anfange und für mich ist das so, dann würde ich gar nicht mehr viele Bücher anfangen, sondern würde nur noch Bücher anfangen, von denen ich weiß, dass ich sie wahrscheinlich fertig lesen würde. Was mir sicherlich achtzig oder siebzig Prozent der Bücher, die ich jetzt bis heute gelesen habe, hätte ich niemals angefangen, weil ich mir von vornherein sage, ich muss das durchziehen und deswegen Failure is an Option und der Abbruch ist immer eine Möglichkeit. Das wäre mein Learning daraus.

00:42:31: Oliver: Ähm, ich fasse noch mal so ein bisschen zusammen. Wir hatten jetzt einmal vielleicht auch so von der Chronologie her, um das Ganze einzuordnen. Also Tipp eins ist Schaff dir ein gutes Umfeld, also sorg dafür, dass du mit deinen Spielern schon mal einen guten Vibe hast. Sorgt dafür, dass du dich wohl fühlst untereinander, sorgt praktisch für so wie du es beschrieben hast. Mit deinem ersten Spielleiter, der dir bei der CharakterErschaffung geholfen hat. Sorgt dafür, dass es eine willkommenheißende Atmosphäre für alle ist. Ja, das ist so das, was ich als erstes Learning von ihr mitnehme, richtig?

00:43:11: David: Yes! Yes! Ganz genau.

00:43:13: Oliver: Das, was ich dann sozusagen eingebracht habe, ist so dieses Thema reduziert deinen Regelstress. Also anstelle also wirklich das ganze Buch zu studieren und jede Regel zu kennen, überleg dir was sind die wahrscheinlichsten Regeln, die ich für meine erste Session brauche? Fokussiere dich auf die und habe den Mut. Falls dann tatsächlich mal eine absurde Sonderregel oder irgendein Thema zum Tragen kommt, was jetzt du nicht so gut vorbereitet hast, dann entweder zu pausieren oder am nächsten Abend weiterzumachen oder ähnliches. Also reduziere deinen Stress, den du hast beim Studieren der Regeln. Learning Nummer drei. Was ich dann hier habe, ist vielleicht noch mal ganz kurz auch wieder auf dieser Sachebene. Auf der Spielebene reduziert ein kognitiven Stress so gut wie möglich. Also. Hab zum Beispiel Namenslisten parat, um die unangenehme Frage nach einem nicht vorbereiteten NSCs Namen einfach zu umgehen. Hab so für die wichtigsten Dinge, die es so geben kann, zumindest eine Art Spickzettel, wo du eben dann sagen kannst ja okay, das berühmteste Gasthaus am Ort ist vielleicht nicht das tänzelnde Pony, weil das zu geklaut wäre, sondern irgendwas anderes. Ja, im Zweifel, wenn die Leute fragen Gibt es hier am Ort einen Schmied, dann sagst du halt Ja, das wäre vielleicht auch noch so ein Thema. Also versucht, deinen kognitiven Stress zu reduzieren. Das wäre so für mich so das dritte Learning. Dann haben wir glaube ich beide bei Learning vier auch ein gutes Agreement und das ist bezieht deine Spieler mit ein. Also sorge dafür, dass deine Spieler von Anfang an mit committet sind in das in die Session, in die Kampagne. Ich mein klar, bei so einem Oneshot, den man vielleicht mit fremden Leuten zum Ersten Mal leitet, auch nicht immer so ganz einfach. Aber ein Instrument, was du vorgestellt hast, dafür ist halt diese Session Zero, wo man gemeinsam drüber spricht. Schön fand ich auch die Idee, von Anfang an mutig zu sein und die Spieler aktiv zu fragen Sag mal, was wollt ihr denn, dass es in unserem Abenteuer, in unserer Kampagne vorkommt? Ja, was ist euch wichtig? Welcher Spielstil ist euch wichtig? Da waren glaube ich ganz gute Details mit drin, wie man die Spieler mit einbeziehen kann. Ich glaube, gerade das ist für junge Spielleiter auch echt so ein Step, diesen Mut zu haben, einfach die Spieler zu fragen. Aber es ist wie gesagt ein gemeinsames Erlebnis und da hat jeder eigentlich die gleichen Rechte. Es ist weder das Recht noch die Pflicht des Spielleiters, Herr der gesamten Welt zu sein.

00:45:43: David: Absolut.

00:45:43: Oliver: Involviert

00:45:43: David: Absolut,

00:45:44: Oliver: deine Spieler? dann das Learning Nummer fünf, was ich mir hier aufgeschrieben hat, ist noch mal so ein kleines Derivat. Was bezieht deine Spieler mit ein, dass einfach vielleicht dann noch mal wieder so ein so eine Technik am Tisch kommt einfach zu dieser Erkenntnis, dass du nicht permanent in deinem Kopf die gesamte Welt simulieren muss, sondern eigentlich nur, dass den kleinen Teil der Welt, den deine Spielercharaktere gerade sehen oder erleben und fokussiere dich auf den und habe nicht so die Angst, dass du permanent wissen musst, wie drei Städte weiter der beliebteste Gasthaus Hof heißt. Also hab den Mut praktisch sehr gut reinzuzoomen und fokussiere dich auf die Szene, wo die Spieler gerade sind und vergiss den ganzen Rest der Welt drumherum. Und dann Tipp sechs finde ich auch ganz wichtig, diesen Mut zu haben, etwas loszulassen, wenn es nicht funktioniert, aus unterschiedlichen Gründen für dich nicht funktioniert, für die Spieler nicht funktioniert, weil man sich verzettelt hat oder ähnliches. Es gibt Fernsehserien, die nach dem Pilotfilm komplett geändert wurden.

00:46:50: David: Absolut,

00:46:50: Oliver: Ja, dann

00:46:50: David: ja.

00:46:51: Oliver: darfst du das an deinem Spieltisch genauso machen. Ja. Habt den Mut, einfach zu sagen okay, Leute, wir haben uns hier verrannt. Reset. Alle auf Null und wir fangen wieder neu an! Ganz, ganz wichtiger Punkt. Weil es ist eure Freizeit. Das ist euer Spiel. Ja. Niemand erwartet von dir als Spielleiter, dass du hier den perfekten Game of Thrones Epos in Originalautoren Qualität hinlegst, sondern ihr könnt jederzeit einfach eine Pause machen, Resetten, neu starten. Wie auch immer. Habt den Mut, Dinge loszulassen, die nicht funktionieren.

00:47:34: Oliver: Ich habe noch einen Bonustipp, weil

00:47:36: David: Ich bin gespannt.

00:47:37: Oliver: anders als bei meinen Kampagnen, wo es immer die Sechsfaltigkeit gibt, haben wir ja im Märchen häufig die Siebenfaltigkeit. Deshalb ist meine Nummer sieben, die ich auch ganz gern dem jungen Oliver erzählen wollen würde Mach dir verdammte Notizen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, glaube ich. Aber in der Hektik des Gefechts, beim Rollen der Würfel nachschlagen, in Büchern mehrere Spieler gleichzeitig sortieren oder ähnliches, ist mir häufig passiert, dass ich mir keine Notizen gemacht habe. Gerade so für diese kleinen blöden Details. Wie heißt denn jetzt bitte diese Person, die da am Kassenschalter am Bahnhof sitzt? Ja. Dieses kleine Notizen machen, das hilft so unfassbar viel, diese Kontinuität und damit auch dann ja die Immersion am Tisch zu fördern, dadurch auch schon einen Riesenvorsprung zu haben gegenüber Spielleitern, die bei jeder Frage im Buch nachblättern müssen. Also schreib dir Dinge auf, lieber Oliver. Das wäre so Mein Tipp an mein junges Ich. Mein kleiner Bonus, den ich so trivial wie er ist, doch sehr wichtig finde.

00:48:44: David: Ja super, super, wichtiger Tipp und. Aber ich glaube, den allerallerwichtigsten hast du ganz am Anfang gesagt Und das ist nicht zu viel Druck machen. Also das würde ich tatsächlich sagen, dass das unsere Regel Nummer eins. Sei

00:48:54: Oliver: Ja.

00:48:54: David: lieb zu dir selbst als

00:48:56: Oliver: Ja.

00:48:56: David: Spielleiter. Und ich finde, das ist ein sehr, sehr schönes Schlusswort. Danke an euch alle, die ihr zugehört habt, bei unseren ersten Malen dabei zu sein, vielleicht was mitgenommen zu haben. Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert uns, Erzählt eure Mitspielerinnen und Mitspielern von uns. Meldet euch bei uns. Das geht am besten neue Adresse unter als unter Email zwei W12 Podcast ohne Punkt und Komma oder irgendwas zwei W12 Podcast mail.de oder als Kommentar bei YouTube. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch. Teilt uns mit, wie euer erstes Mal war. Rollenspiel bitte. Was ihr gern gewusst hättet zu dem Zeitpunkt, welche Dinge ihr bei den verschiedenen ersten Malen mitgenommen habt und natürlich auch sehr gern Vorschläge zu zukünftigen Themen. Bis zum nächsten ersten Mal. Viel Spaß beim Spielleiten Wünschen der David.

00:49:49: Oliver: Und der Oliver?

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